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Weg mit dem Stress

Termindruck und oft auch emotionaler Stress lasten auf vielen Deutschen. Doch wird Stress chronisch, kann er schnell zum Problem werden. Gerade im Pflegebereich, in dem Fachkräfte händeringend gesucht werden, ist es wichtig, auch einmal Auszeiten anzubieten.

Jacqueline Damböck
Bei einem dementen Bewohner hatte die Klangschalenbehandlung eine besondere Wirkung: Er besah sich seine Hand und spürte der Wirkung noch nach. Fotos: Jacqueline Damböck   » zu den Bildern

Termindruck und oft auch emotionaler Stress lasten auf vielen Deutschen. Doch wird Stress chronisch, kann er schnell zum Problem werden. Gerade im Pflegebereich, in dem Fachkräfte händeringend gesucht werden, ist es wichtig, auch einmal Auszeiten anzubieten.

von Jacqueline Damböck

MARKTLEUTHEN Obwohl Stress in unserer Zeit ein negativ behafteter Begriff ist, ist er per se nicht schlecht: Er gibt uns in Ausnahmezuständen einen Extra-Antrieb. Doch wenn er zu einer Dauersituation wird, kann es problematisch werden. Die positiven Effekte, die mit ihm einhergehen, verlieren ihre Wirkung - zurück bleiben Überforderung, Gereiztheit und möglicherweise auch ein Burn-out.

Leute finden es heute stressiger als früher

Laut einer Statista-Umfrage beurteilten über 60 Prozent der Befragten, dass das Leben heutzutage stressiger sei als noch vor 15 oder 20 Jahren - vor allem die Generation 50plus sagte so aus. Der größte Druck laste auf Berufstätigen zwischen 30 und 39 Jahren: Sie müssen Karriere, Familie und manchmal auch pflegebedürftige Verwandte unter einen Hut bringen. So ermittelte die TK-Stressstudie 2016, dass rund 66 Prozent der Bayern unter Stress stünden. Eine neue Erkenntnis daraus war, dass der Wohnort sich nicht mehr auf das Stressniveau auswirkte: Ob Land oder Stadt, die Menschen fühlten eine ähnliche Belastung.

Um hier etwas entgegen wirken zu können, hat sich das Team um Andrea Gomringer, Sozialdienstleiterin des AWO-Seniorenzentrums Louis-Röll in Marktleuthen, etwas einfallen lassen: Sie bieten zweimal im Jahr Aktionswochen für Mitarbeiter und Bewohner an. Im Frühjahr gibt es die sogenannten Wellness-, im Herbst die Fitness-Wochen. "Wir haben die Idee lange Jahre mit uns herum getragen, aber konnten sie erst 2017 umsetzen", erzählt Gomringer.

Bekanntermaßen ist die Zeit für die individuelle Betreuung im Pflegebereich recht knapp. Doch während dieser fünf Tage, können Bewohner und Mitarbeiter gemeinsam eine kleine Ruhepause vom Alltag einlegen - zum Beispiel mit einem ausgiebigen Bad, einer Fußmassage oder auch bei einer kleinen Kosmetikanwendung. "Die Mitarbeiter können hier ihre Talente und Interessen einbringen. Ich finde das toll und die Arbeit ist für beide Seiten so wertvoll", sagt Andrea Gomringer.

Laut einer Studie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der pronova BKK 2018 ist einer der Hauptgründe für das Gefühl der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung emotionaler Stress durch Patienten. Die Effekte der Wellness-Wochen sind im Louis-Röll-Seniorenzentrum spürbar: Das Personal ist entspannter, die Bewohner geben durchweg positive Rückmeldung und freuen sich über die kleine Aufmerksamkeit. "Das Lob von ihnen geht runter wie Öl", schmunzelt Gomringer. "Unseren Damen und Herren hat es wieder tüchtig gefallen - einer schwärmte zum Beispiel vom Fußbad." Auch seien die Bewohner trotz ihres Alters sehr aufgeschlossen gegenüber den Anwendungen und Angeboten und nutzten diese gerne.

Natürlich gilt es zu bedenken, dass die Auslöser von Stress individuell unterschiedlich sind. Auch, ob er krank macht oder nicht, hängt von den einzelnen Menschen, ihrer sogenannten Resilienz ab, also der Widerstandskraft gegen den Stress. Außerdem ermittelte die TK-Stressstudie, dass die Generation 70plus vieles gelassener nimmt: Vier von zehn Befragten sagten aus, dass sie keinen Stress hätten. "Die Aktionswochen sind für alle eine Bereicherung. Die positive Stimmung ist im ganzen Haus bemerkbar und tut allen gut", zieht Gomringer eine positive Bilanz.

    
    

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