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All das war und ist Heimat

Die Ausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten" wurde vom Haus des Deutschen Ostens in München konzipiert. Sie wird im Marktredwitzer Egerland-Museum vom 14. Juni bis zum 26. August in neuem "Outfit" zu sehen sein.

Aus Abfallholz selbst gebaute Wohnküche - 1950er Jahre.   » zu den Bildern

Die Ausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten" wurde vom Haus des Deutschen Ostens in München konzipiert. Sie wird im Marktredwitzer Egerland-Museum vom 14. Juni bis zum 26. August in neuem "Outfit" zu sehen sein.

EGERLAND-MUSEUM

Die Ausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten" ist vom 14. Juni bis zum 26. August mit erweiterten Inszenierungen im Egerland-Museum Marktredwitz zu sehen.


MARKTREDWITZ Das Ausstellungsthema macht zunächst stutzig, wird man doch ständig auf Speisekarten oder auf Packungen im Supermarkt auf Zusatzstoffe, Geschmacksstoffe, Konservierungsmittel und sonstige Spuren hingewiesen. Oder schlimmer noch: "Kann Spuren von Umweltgiften oder genveränderten Eigenschaften enthalten" verkünden beinahe täglich die Negativschlagzeilen in den Medien. Nicht so bei dieser Ausstellung.

Von Knödeln,
Klopsen und Oblaten

In "Kann Spuren von Heimat enthalten" dreht sich alles um Knödel und Nocken, Königsberger Klopse oder Karlsbader Oblaten. Die Sonderschau setzt sich mit dem Essen und Trinken, mit der Identität und der Integration der Deutschen des östlichen Europas auseinander. Sie gibt einen Einblick in Hungerjahre und den Überfluss, in Familienrezepte oder zeigt mitgebrachte Küchengeräte, die das Leben der Heimatvertriebenen, Flüchtlinge, Aussiedler und Spätaussiedler prägten. Sozusagen als ideelles Gepäck, was man heute gerne als immaterielles Kulturgut bezeichnet, brachten sie nach 1945 nicht nur ihre Küchentraditionen, sondern auch ihr unternehmerisches Know-how mit.

Wie viel von dieser kulinarischen Vielfalt, aber auch von Produkten und Firmen, hat nach Flucht und Vertreibung den Weg ins Deutschland der Nachkriegszeit gefunden ? Was wird heute bei uns gekauft, gegessen, genutzt, ohne dass über Herkunft oder ursprüngliche Produktionsstätten nachgedacht wird ? Wie viel hat das jeweilige kulinarische Erbe zum Erhalt der Identität der Deutschen aus dem Baltikum, aus Ostpreußen, Pommern, Russland, Schlesien, Böhmen, Mähren, der Slowakei, Ungarn, Jugoslawien oder Rumänien beigetragen ?

Die Sonderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten" geht diesen Fragen nach. Sie befasst sich mit dem breiten Thema Essen und Trinken, Alltag, Identität und Integration. Es geht um die Lebenswirklichkeit der Flüchtlinge nach 1945 sowie der Aussiedler in späteren Jahren. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Hungerjahre in der Nachkriegszeit wie auch auf die Überflussgesellschaft, auf welche die Spätaussiedler anfangs trafen. Viele heute noch bekannte Firmengründungen der Nahrungs- und Genussmittelherstellung gehen darauf zurück. Damit haben diese Unternehmen wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus. Eine Ausstellungssequenz unter dem Motto "Eigener Herd ist Goldes wert" zeigt eine Küche aus den 1950er Jahren. Begehbare Supermarktabschnitte mit Produktregalen könnten mittels fotorealistischer Gestaltungen und "echten" Supermarktregalen sowie akustischer "Werbe-Berieselungen" die Besucher an die speziellen Lebensmittel in den Auslagen heranführen.

Auch in unserer Region finden sich Betriebe mit heimatvertriebenen Wurzeln. Wer hätte gedacht, dass die Bäckerei Brunner, einer der größten Bäckereibetriebe in Nordostbayern, aus dem Egerland stammt ? Und wer kennt nicht das Bauernbrot des Bäckermeisters Siegfried Stähli aus Neualbenreuth, ein Betrieb, der seinen Ursprung in Falkenau hatte ? Aber auch das Durchgangslager in Wiesau war Ausgangspunkt zahlreicher Geschäftsgründungen. Historische Aufnahmen erinnern an das von Jakob Gessert geführte Lebensmittelgeschäft "Volkshilfe" in Wiesau. Am Ende des Rundgangs findet man in der Abteilung "Osteuropäische Kochbücher und Rezepte" Anregungen für eigene Versuche am Küchenherd. Begleitveranstaltungen widmen sich den Nahrungsgewohnheiten vergangener Tage und den Krisenzeiten, in denen der Mangel an Nahrungsmitteln die Menschen zu außergewöhnlichen Notrezepten bewegte. Dabei soll unter anderem die energiesparende Kochkiste zum Einsatz kommen. Außerdem werden zusätzlich Kochkurse angeboten, in denen nach Originalrezepten aus der alten Heimat gekocht und gebacken wird.

    
    

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