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Hofer Filmtage: Alles anders, aber trotzdem!

Hof gibt auch im Corona-Jahr seinen Status als "Home of Films" nicht auf. Die Organisatoren um Festivalleiter Thomas Schaumann trotzen der Krise - und servieren ein duales Kinomenü in mehreren Gängen.

Lange Schlangen vor dem Kartencontainer in der Hofer Altstadt: Dieses altbekannte Bild wird man heuer auf den Internationalen Hofer Filmtagen vergeblich suchen. Das Festival findet zwar auch in den Kinos statt, Karten kann man aber nur online kaufen. Foto: -eck   » zu den Bildern

 

 

Hof gibt auch im Corona-Jahr seinen Status als "Home of Films" nicht auf. Die Organisatoren um Festivalleiter Thomas Schaumann trotzen der Krise - und servieren ein duales Kinomenü in mehreren Gängen.

von Tina Eckardt

HOF Sein Name ist Schaumann - und Filme schauen gehört bei Festivalleiter Thorsten Schaumann tatsächlich zum Tagesgeschäft. Zumindest in der Vorbereitungsphase für die Hofer Filmtage, die in diesem Jahr ein bisschen anders daherkommen, als gewohnt. "Die tollste Nachricht: Wir finden statt!", hallt es entsprechend euphorisch durchs Telefon, als wir den Festivalchef diese Woche an der Strippe haben. Hinter ihm und dem gesamten Filmtage-Team liegen Wochen des Bangens und Abwägens, denn "du planst heute und morgen ist schon wieder alles anders", fasst Schaumann die Organisation der 54. Internationalen Hofer Filmtage zusammen.

"Zwei Festivals
in einem"

Diese werden erstmals in ihrer Geschichte vom 20. bis zum 25. Oktober als duales Modell stattfinden. Das bedeutet, es wird zwei Festivalkomponenten geben: Präsenzvorführungen im Kino nach den entsprechend geltenden Hygiene-Vorschriften sowie eine Erweiterung des Festivals aufs Internet mit Filmen auf Abruf über eine On-Demand-Plattform, deren Inhalte bis zum 1. November abrufbar bleiben sollen. "Dieses Jahr organisieren wir quasi zwei Festivals", so Schaumann weiter. Die wichtigste Änderung für alle Filmfans: Karten gibt es heuer ausschließlich online über die Website www.hofer-filmtage.de und wegen Corona nicht am Kartencontainer in der Altstadt. Voraussichtlich ab diesem Sonntag gelangt man über einen Button auf die jeweiligen Ticketshops für Präsenzvorstellungen in den Hofer Kinosälen oder für "Hof on Demand", bei dem man die Filme bequem im heimischen Wohnzimmer verfolgen ("streamen") kann.

Die Infektionszahlen steigen wieder in ganz Deutschland, das merkt das Filmtage-Team auch an den Akkreditierungen für Fachleute und Journalisten. "Es sind deutlich weniger, aber auch viele Last-Minute-Entscheider", so Schaumann. Vor allem nationale Gäste werden erwartet, denn Reisen ist während der Pandemie für ausländische Filmemacher oft nicht möglich. Wer aus einem Risikogebiet kommt, müsse einen negativen Corona-Test nachweisen. Zugesagt haben laut Pressesprecherin Ana Radica bereits Julia von Heinz und ihr Team, die mit "Und morgen die ganze Welt" die 54. Hofer Filmtage eröffnen werden. Außerdem wollen Katharina Wackernagel, Wolfgang Ettlich und Lisa Maria Hagen kommen - doch wie es nächste Woche dann wirklich ausschaut, das sei ungewiss. Corona verlangt dem Filmtage-Team größtmögliche Flexibilität ab, wie der Festivalchef unumwunden zugibt. "Wir sind alle mit Herz und Leidenschaft dabei und haben uns echt Gedanken gemacht." Deshalb wird es diesmal unter anderem getrennte Vorstellungen für akkreditierte Fachbesucher und normales Kinopublikum geben. Neben den Kinosälen im Scala- und Central-Kino kommen noch der Festsaal der Freiheitshalle und die Bürgergesellschaft als Spielstätten hinzu. Pro Kino pro Tag seien nur vier Vorführungen möglich, um genügend Zeit fürs Lüften und Desinfizieren zu haben, außerdem verzichte man 2020 auf die Retrospektive. Dennoch spricht Schaumann nicht von einem abgespeckten Programm: "Sonst haben wir immer zirka 80 lange Filme, diesmal 71." Darunter 27 Dokus und dazu kommen nochmal 54 Kurzfilme. Auch die beliebten Partys fallen heuer aus. Das dürfte das Herz so mancher Nostalgiker brechen, doch zwei Traditionen aus dem "Drumherum" haben die Macher trotzdem gerettet: das Fußballspiel und die Wärschtlabudn vorm "Central". Auch die Filmpreise werden vergeben.

Gute Nachrichten, die den Optimisten Schaumann weitermachen lassen. "Ich bin jemand, der extrem nach vorne schaut." Und deshalb sieht er der kommenden Woche nach all den Unwägbarkeiten freudig entgegen: "Wir leben Filme, wir lieben Filme. Und wir wollen zeigen, dass man Kino nach wie vor genießen kann - mit Abstand und Respekt !"

LATE-NIGHT-TALK: GASTHOF

Interaktiv geht es dieses Jahr auf der Website www.hofer-filmtage.de zu. Nicht nur durch die "Hof-on-Demand"-Plattform, sondern durch einen direkten Draht zum Publikum: Voraussichtlich ab dem heutigen Samstag, 17. Oktober, kann man täglich ab 23 Uhr das Format "GastHoF" verfolgen. "Wir sind das erste Festival mit einer eigenen Late-Night-Show", witzelt Thorsten Schaumann. Einfach mal reinklicken und überraschen lassen.

     
    
    

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