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Jahresurlaub bei afrikanischen Patenkindern

Mit dem Urlaub ist das so eine Sache: Die einen widmen sich dem Müßiggang, andere lieben Action.

Michael Meier
Alexandra Merz mit Tochter Helena (hinten links) und ihren beiden Patenkindern Angel (vorne links) und Mercy. Fotos: privat   » zu den Bildern

Mit dem Urlaub ist das so eine Sache: Die einen widmen sich dem Müßiggang, andere lieben Action. Und dann gibt es noch Menschen wie Alexandra Merz und ihre Tochter Helena: Sie fliegen im Urlaub auf eigene Kosten nach Afrika, um sich davon zu überzeugen, dass es ihren Patenkindern gut geht.

SPENDEN

Wer den Verein "Leben und Lernen in Kenia" mit Sach- oder Geldspenden unterstützen will, kann Geld überweisen auf das Konto

IBAN DE43 7805 0000 0200 0721 14 , SWIFT-BIC BYLADEM1HOF oder per Paypal.

Nähere Infos gibt es auch bei

• Brique Zeiner (Vorsitzende), Telefon 09287/77948, E-Mail info@llk-selb.de

• Dirk Klemesch (Schriftführer), Telefon 0171/6396683, E-Mail mesner40@aol.com

• Alexandra Merz, E-Mail merz.alexandra@gmx.de


von Michael Meier

MARKTREDWITZ/SELB Die beiden Marktredwitzerinnen haben sich dem Projekt "Leben und Lernen in Kenia" von Debra J. Zeiner aus Kalifornien verschrieben, besser bekannt als "Brique". Die Wahl-Selberin gründete vor knapp 20 Jahren den Verein, der bedürftigen Kindern in Afrika Schulbildung, Essen sowie medizinische Versorgung gewährt. Familien erhalten außerdem Hilfe zur Selbsthilfe. Eine wichtige Rolle spielt das "Live and Learn in Kenya Education Center" in Nakuru, der viertgrößten Stadt Kenias.

Und genau hier waren Alexandra und Helena Merz kürzlich wieder für zehn Tage. "Es ist wunderbar, zu sehen, was mit den vielen Spenden passiert. Das erwirtschaftete Geld geht ohne Abzüge ins Projekt", schwärmt Alexandra Merz. Sechsmal war sie bereits in Nakuru. "Dieses Schulzentrum hat einmal ganz klein mit zwei Klassenzimmern angefangen. Nun gibt es acht Klassen für rund 300 Kinder und Jugendliche und es unterrichten elf Lehrkräfte", berichtet Alexandra Merz. Dazu gibt es eine Küche mit Speisesaal sowie eine "Nursery School" - eine Art Kindergarten mit angegliederter Vorschule für Kinder ab drei Jahren. Man möchte die Kinder aus ihren vermeintlich vorbestimmten Lebenswegen nehmen und auf weiterführende Institute schicken. "Wir kennen Kinder aus den Slums, die mit dieser Schule zu Bankkaufleuten oder Ingenieuren wurden. Zwei der Lehrer waren sogar einmal Schüler unseres Projektes in Nakuru", erzählen Alexandra und Helena Merz.

Aktuell gab es einen Spatenstich für den neuen Kindergarten. Geplant sind drei Klassenräume, ein Lehrerzimmer und Toiletten. Zwei Dinge müssen auf jeden Fall noch verwirklicht werden, wenn es nach dem Wunsch der Damen aus dem Fichtelgebirge geht: eine Bibliothek und Räume für eine Berufsschule. "Die dringend notwendigen Spenden werden für den weiteren Ausbau der Schule verwendet", sagt Alexandra Merz. Und zum Weihnachtsfest werden die 480 Projektkinder und ihre Familien auch bedacht. Jedes Kind bekommt ein Geschenkpaket im Wert von 25 Euro. Es enthält ein T-Shirt und Lebensmittel für das Weihnachtsessen inklusive eines lebendigen Huhns.

Begonnen hat für die 43-jährige Marktredwitzerin alles vor rund acht Jahren: Sie hatte sie die Patenschaft für die sechsjährige Afrikanerin Mercy übernommen, 2015 kam noch die vierjährige Angel dazu. Ihre 15-jährige Tochter Helena war heuer zum ersten Mal dabei und engagierte sich bei der farblichen Gestaltung des Speisesaals. Unter anderem waren Zitate von Dr. Seuß sowie von Brique Zeiner darunter. Wichtig war für sie vor allem, die Patenkinder persönlich kennen zu lernen. "Das gab mir sehr viel zurück", betont Helena. "Wir durften bei der Feier des Kindergartenabschiedes dabei sein, das ist ein ganz besonderes Ereignis. Beim Übergang der Kinder von Kindergarten zur Schule gibt es nämlich gutes Essen, Musik und Tanz." Und ihre Mutter ergänzt: "Diese Menschen haben selbst wenig, aber sie sparen das ganze Jahr, nur um uns etwas geben zu können. Allen Gästen haben sie bunte kenianische Decken geschenkt."

Mutter und Tochter Merz sind natürlich auch ins kenianische Hinterland gegangen: "Wir sind auch inmitten der Slums gewesen." Sie trafen zum Beispiel eine Frau, die als Friseurin mit einem Mikrokredit startete und nun drei Angestellte hat. Eine andere erweiterte ihren Wellblech-Kiosk und ist nun Unternehmerin in einem gemauerten Haus.

Auch das gehört zur Arbeit von "Leben und Lernen in Kenia": die Vergabe von Mikrokrediten, unter anderem auch an Pflegeeltern, die Waisenkinder aus ihrem Stamm aufnehmen sowie an HIV oder AIDS erkrankte Eltern, die sich medizinisch versorgen lassen. Das Geld der Kredite wird von den Müttern zinslos an die Schule zurückgezahlt, anschließend kann neu investiert werden. Und die Eltern werden natürlich auch mit ins Boot genommen: "Die Mütter kochen und machen Küche und Speisesaal sauber, arbeiten auf den Feldern oder kümmern sich um ein paar gespendete Kühe."

Natürlich kostet das Projekt eine Menge Geld, deshalb ist der Verein auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Unter anderem werden auf dem Weihnachtsmarkt Selb sowie auf Schulfesten Holzschnitzereien zugunsten der afrikanischen Schule verkauft.

    
    

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