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Mit dem Ärzte-Bus zum Facharzt

Halbzeitbilanz der Gesundheitsregion Plus: Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Wunsiedel, die Prävention und die Unterstützung von Senioren stehen im Mittelpunkt.

Die medizinische Versorgung in der Region soll langfristig sichergestellt werden. Da es in Zukunft immer mehr Senioren geben wird, will man auch 2019 weiter daran arbeiten, Ärzte ins Fichtelgebirge zu locken. Foto: Adobe Stock/Photographee.eu   » zu den Bildern

Halbzeitbilanz der Gesundheitsregion Plus: Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Wunsiedel, die Prävention und die Unterstützung von Senioren stehen im Mittelpunkt.

WUNSIEDEL "Endlich habe ich die Möglichkeit, regelmäßig und ohne riesigen Aufwand meinen Facharzt in Marktredwitz zu besuchen", freut sich Elfriede aus Selb. Sie hat kein Auto, der Weg in die Facharztpraxis war bisher eine Herausforderung für die 74-Jährige. Nun nutzt sie den Ärzte-Bus, der alle zwei Wochen zwischen Selb und Marktredwitz pendelt. Den Termin beim Facharzt in Marktredwitz vereinbart ihre Hausarztpraxis und auch der Platz im Bus wird dort für sie reserviert. Die Fahrt bezahlt Elfriede direkt im Bus. "Die Resonanz auf den Ärzte-Bus ist super", bestätigen auch Martina Busch und Nina Ziesel von der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Wunsiedel.

Ohne Auto
wird’s schwierig

Dieses Projekt der Arbeitsgruppe "Gesundheit im Alter" wurde zusammen mit der Seniorenbeauftragten der Stadt Selb, Dr. Eva Körner und den anderen Hausärzten in Selb umgesetzt. Das Angebot läuft - und auch andere Kommunen im Landkreis haben ihr Interesse angemeldet. "Wir arbeiten an der Ausweitung des Angebots und neuen Linien", sagen Busch und Ziesel. "Das wird nicht ganz leicht und ist nur eine unserer Herausforderungen für das Jahr 2019."

Vor gut zweieinhalb Jahren haben die beiden ihre Tätigkeit mit der Gesundheitsregion Plus aufgenommen. Ihre Ziele: Die Gesundheitsversorgung im Fichtelgebirge langfristig sicherstellen, die Gesundheitsförderung auszubauen und das Thema Prävention zu stärken. Zudem haben sich die beiden den Themen Gesundheit im Alter und Gesundheitstourismus verschrieben. Verschiedenste Projekte haben die beiden inzwischen angestoßen. Dabei ist ihnen vor allem wichtig, dass die Projekte langfristig angelegt sind. "Kontinuität wird in der Arbeit der Gesundheitsregion Plus groß geschrieben."

Ein herausforderndes Thema ist natürlich, das Fichtelgebirge mit genügend Ärzten und Pflegepersonal auszustatten. Hier hat man im vergangenen Jahr ein Pflegeprojekt an den Mittel- und Förderschulen im Landkreis auf den Weg gebracht, das 2019 umgesetzt wird. Dabei haben die Schüler die Möglichkeit, sowohl einen Schnuppertag an einer Kranken- und Altenpflegehilfeschule in Selb oder Marktredwitz, als auch einen Schnuppertag in einer Pflegeeinrichtung der Region zu absolvieren. Das Ziel: Interesse an dem Beruf zu wecken und vor allem mit den Aufstiegsmöglichkeiten zu überzeugen.

Ein anderer Ansatz war die im Sommer durchgeführte Doctors‘ Lounge, bei der Kontakte zwischen Ärzten in der Ausbildung und niedergelassenen Ärzten hergestellt wurden. Die ersten Erfolge haben sich eingestellt: Schon jetzt haben erste Ärzte ihre Tätigkeit in den Hausarztpraxen der Region aufgenommen. Das Ziel fürs neue Jahr: Die Veranstaltung wiederholen und regelmäßige Treffen zwischen Studenten, Assistenzärzten, niedergelassenen Ärzten und den Kliniken herstellen und somit weiter neues medizinisches Personal in den Landkreis zu locken.

Auch im Bereich Gesundheitsversorgung und Prävention will man an die Erfolge anknüpfen. Der Wettbewerb "10 000 Schritte - das Fichtelgebirge in Bewegung" erfährt eine Neuauflage. Sind 2018 das Team der Bundespolizei und das Team des Landratsamtes gegeneinander angetreten, wird 2019 der Verein im Fichtelgebirge gesucht, der innerhalb eines festgelegten Zeitraumes die meisten Schritte sammelt. Spaß an der Bewegung und die Gemeinschaft in der Gruppe sollen auch dabei im Mittelpunkt stehen. Als Preis winkt diesmal eine Betriebs- oder Weihnachtsfeier für das Siegerteam. In der jungen Zielgruppe setzt zudem das Projekt Cybermobbing an, das mit dem Mittel- und Realschulen des Landkreises angepackt wird. Hier wird im Juli 2019 ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet alle fünften Klassen im Landkreis besuchen und im Unterricht für das Thema sensibilisieren und Hilfestellungen aufzeigen.

Und noch einen Plan haben Busch und Ziesel für das neue Jahr in der Pipeline: Das Thema Gesundheitstourismus steht auf ihrer Agenda. Gearbeitet werden soll an einer Broschüre für Unterkunftsanbieter, die die Angebote für Touristen bündeln soll. Der Gesundheitstourismus ist eine Branche im Fichtelgebirge, die wächst und mit der man mehr und mehr bei den Gästen punkten kann. Genau hier setzt die Broschüre an, die vor allem durch Fakten überzeugen soll. Das Ziel ist kein klassischer Werbeprospekt, sondern ein Druckerzeugnis mit detaillierten und fundierten Informationen.

"Gewinn für
den Landkreis"

"Die Arbeit der Gesundheitsregion Plus ist ein echter Gewinn für den Landkreis", findet auch Landrat Dr. Karl Döhler. "Die ärztliche Versorgung und die Angebote im Gesundheitswesen sind absolute Standortfaktoren. Unser Ziel muss sein, die bestehenden Anlaufstellen zu erhalten und neue Möglichkeiten zu erschließen. Dafür setzen sich Frau Busch und Frau Ziesel zusammen mit vielen Unterstützern aus dem Fichtelgebirge ein. Für die Arbeit der beiden bin ich als Landrat sehr dankbar und wünsche natürlich auch für die kommenden Projekte weiterhin ein glückliches Händchen und viel Erfolg bei der Umsetzung."

    
    

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