» zur Übersicht Landkreis Wunsiedel
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Ein Dorf wächst über sich hinaus

Am Sonntag war die Kartoffel in aller Munde: Beim historischen Erdäpflgroom erleben die Großschloppener einen Besucheransturm vom Feinsten.

Willi Fischer
Diese beiden Damen kredenzen schmackhaftes Griebenfett-Brot.   » zu den Bildern

Am Sonntag war die Kartoffel in aller Munde: Beim historischen Erdäpflgroom erleben die Großschloppener einen Besucheransturm vom Feinsten.

von Willi Fischer

GROSSSCHLOPPEN In Großschloppen startet alljährlich ein Event, das eine magische Anziehungskraft auf die Menschen in der gesamten Region ausübt. So erlebte Großschloppen am vergangenen Sonntag einen riesigen Ansturm zum historischen Erdäpflgroom der Dorfgemeinschaft. Die Kartoffel war sozusagen in aller Munde. Von allen Seiten strömten die Besucher zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zum Kartoffeldorf, das bei einem landesweiten Wettbewerb zum Golddorf avanciert ist.

Erlebnis für alle

Das Kartoffelfest stellt zugleich einen lebendigen Anschauungsunterricht für den direkt an Großschloppen vorbeiführenden "Kartoffel-Erlebnispfad" dar. Hier wird die Kartoffel als ein wahres "Geschenk der Natur" bezeichnet. Hieß es doch nicht umsonst bei früheren Hungersnöten: "Wir haben den Segen des Himmels zuhaus'", womit die tolle Knolle der Kartoffel gemeint war. Die Hungersnöte im 18 Jahrhundert verhalfen der Kartoffel zum Durchbruch und wahren Siegeszug.

Früher war die Kartoffelernte - das "Erdäpflgroom", wie sie mundartlich genannt wird - reine Handarbeit, die sehr mühselig und personalintensiv war. Das seinerzeit meistgebrauchte Arbeitsgerät war eine zweizinkige Hacke, mundartlich "Krail" genannt. In Großschloppen wurden die historischen Gerätschaften selbstverständlich vorgeführt. Im Einsatz war ein Oldtimer-Traktor mit einem Kartoffelschleiderer. In Großschloppen konnten Kartoffeln geerntet werden, die klangvolle Namen tragen, wie Belana, deren Name als "Mutter des Lichts" bezeichnet wird, Lilly, Annabella und Bamberger Hörnchen. Heute heißt es in dem Kartoffeldorf Großschloppen, in dem die Zeit natürlich nicht stehen geblieben ist: "Natürlich und bodenständig, frisch und modern zugleich." Die Kartoffeln wachsen und gedeihen hier auf mineralstoffreichen Ursteinböden des Fichtelgebirges. Dabei sind die Kartoffeln nicht nur nahrhaft, sondern auch gesund: Wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts werden die Kartoffeln als "Zitronen des Nordens" genannt. Enthalten sind auch B-Vitamine, Eisen, Phosphor und vor allem ein hoher Anteil an Kalium.

Leckere Sattmacher

Ein Highlight zum Kartoffelfest war das Kaffeetrinken auf dem Feld, so wie es anno dazumal üblich war. Die Frauen der Dorfgemeinschaft kredenzten leckere Spezialitäten. Darunter befanden sich Bauernküchle, Kartoffellebkuchen, Hefekleß, Benkstiezl, Pflaumenkuchen, Apfelkuchen, Holunderkuchen, Kartoffelkäse, Griebenfett und Kräuterquark. Es war mal wieder ein tolles Fest für alle.

    
    

Diesen Artikel

    
    

Online-Anzeigenannahme

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben?

Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen:

»Anzeige online aufgeben

Alternativ erreichen Sie unsere Anzeigenannahme telefonisch unter der Service-Hotline 09281/1802042 oder per Fax unter 09281/816-148.

    
    

aktuelle Verlagsbeilagen

    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, Farbanzeigen und viele weitere Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr