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Für jedes Ei den passenden Becher

So fängt es immer an: Zuerst ist da nur ein Einzelstück, aber schon bald - fast wie von alleine - gesellen sich andere hinzu. Auch Evelyn Petereit aus Arzberg hat die Sammelleidenschaft gepackt.

Luzia Fischer
Die Osterhasen grüßen fröhlich bunt aus dem Regal, aber auch Hühner, Küken, Schafe und Gänse sind dabei. Eine lustige Ansammlung von Tieren haben die Petereits da zusammen getragen, die nicht nur in der Osterzeit hübsch anzusehen sind.   » zu den Bildern

So fängt es immer an: Zuerst ist da nur ein Einzelstück, aber schon bald - fast wie von alleine - gesellen sich andere hinzu. Auch Evelyn Petereit aus Arzberg hat die Sammelleidenschaft gepackt. In unserer Serie "Leute von nebenan" erzählt sie, wie es dazu gekommen ist und warum es ausgerechnet Eierbecher sind.

von Luzia Fischer

ARZBERG Evelyn Petereit öffnet die Tür zur Küche und schon auf dem ersten Blick wird klar: Hier wird gesammelt ! Regale an den Wänden, Regale, die sich unterhalb der Zimmerdecke entlang strecken und darauf dicht aneinander gereiht Eierbecher in allen Farben und Formen.

Serie: Leute von
nebenan

Die Mutter der Zwillinge Lars und Laura zeigt stolz ihr erstes Exemplar, mit dem alles angefangen hat. Oma Charlotte schenkte ihr nämlich ein gedrechseltes Original aus dem Erzgebirge - Evelyns alter Heimat - und brachte sie auf die Idee, Eierbecher zu sammeln. Nun wohnt sie seit 21 Jahren in Arzberg und sammelt seitdem auch ihre Schätzchen. Vor 14 Jahren haben sie und ihr Ehemann Silvio ein Haus am Blumenweg gebaut. Die Eierbecher zogen selbstverständlich mit um. Damals waren es bereits an die 300 Stück und Evelyn Petereit befand zu der Zeit, dass es nun genug wären. Aber ihr Mann entschied anders und baute Regale. Viele Regale, denn inzwischen ist die Sammlung auf 586 Eierbecher angewachsen, darunter viele Geschenke oder Mitbringsel aus fernen Ländern von Angehörigen, Freunden und Bekannten.

Besondere Fundstücke hat Evelyn Petereit auf Flohmärkten ausfindig gemacht, aber auch auf Porzellan-Werksverkäufen in Arzberg. "Jetzt ist es aber wirklich genug", sagt die Reinigungskraft überzeugt und winkt ab. 586 Sammelobjekte, die nicht benutzt, sondern lediglich zum Anschauen gedacht sind, reichen ihr völlig. Zudem wird jedes einzelne Stück einmal im Jahr mit der Hand abgespült, abgetrocknet und wieder an seinen angestammten Platz zurück gestellt. "Einfach nur abstauben funktioniert nicht, dafür sind manche Exemplare viel zu empfindlich", erklärt die Sammlerin.

Was das Material der Eierbecher anbelangt, hat sie sich nicht festgelegt. Sie bestehen aus Porzellan, Speckstein, Holz oder Metall, aber es dürfen auch Stücke aus Plastik sein. Gesammelt wurde, was gefiel und was viele ihrer Freunde beisteuerten. Es ist kein heilloses Durcheinander, sondern geordnet nach alt und neu, nach Urlaubsmitbringseln oder Festen.

Auch viele lustige Tierfiguren befinden sich darunter - Enten, Küken, Hühner, Schafe, aber auch bunte Osterhasen. Familie Petereit hätte jedenfalls täglich die große Auswahl für den Frühstückstisch. Von Eierbechern mit integrierten Salzstreuern bis hin zu Zeitungseierbechern, die mit Schlagzeilen bedruckt sind. Jedes Jahr sind noch welche von bekannten Schokoladenherstellern hinzu gekommen. Dennoch kennen Evelyn Petereit, ihr Ehemann Silvio und die 16-jährigen Zwillinge Lars und Laura jedes einzelne Sammelstück.

Denn hinter jedem steckt eine kleine Geschichte, ob es Reisen der Jugendfußballmannschaft des TSV nach Kroatien und Spanien waren. Oder Geschenke von Freunden zu bestimmten Anlässen und Ereignissen. Da Ostern kurz vor der Tür steht, holt Evelyn Petereit einige schöne Eierbecher in Form von Osterhasen aus dem Regal: Schmunzelhasen in verschiedenen Farben und Ausführungen.

Vielleicht haben die BLICKPUNKT-Leser ja auch einige schöne Stücke zu Hause. Aber mit Familie Petereit mitzuhalten, fällt garantiert schwer: 586 Eierbecher sind eine stattliche Anzahl. Ob es wirklich dabei bleiben wird, sei dahin gestellt. Auch wenn Evelyn Petereit entschieden abwinkt - das eine oder andere Sammelstück könnte sich wohl noch dazu gesellen.

EIN BLICK IN DIE GESCHICHTE

Belegt ist die Existenz von Eierbechern seit dem Römischen Reich, denn ein Mosaik aus Antiochia von 40 vor Christus zeigt eine Mahlzeit mit Eierbechern. In Pompeji wurde hingegen ein silberner Eierbecher mit dazugehörigem Löffel gefunden. Zwischenzeitlich offenbar in Vergessenheit geraten, kamen Eierbecher im 16. Jahrhunderts in Adelskreisen wieder in Mode. Ludwig XV. ließ sein Goldservice mit von Goldschmieden gefertigten Eierbechern ergänzen. Solche wertvollen Eierbecher waren auch als Geschenk zum Jahreswechsel, bei Patenschaft und bei Taufen üblich, ähnlich wie Löffel. Seit Erfindung des Porzellans wurden Eierbecher auch aus diesem Material hergestellt. Die Manufakturen Meißen, Frankenthal und Höchst versahen ihre Services seit Mitte des 18. Jahrhunderts mit damals als "Mundzeug" bezeichneten Eierbechern, Villeroy & Boch folgte gegen Ende des Jahrhunderts, die Königliche Porzellan-Manufaktur erst hundert Jahre später. Quelle: Wikipedia


    
    

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