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Klinikum engagiert Wachdienst

Weil sich Besucher mit den Zutrittsregeln nicht abfinden wollen, kam es immer wieder zu unschönen Szenen am Eingang. Jetzt stehen wie anderswo Sicherheitsleute an der Tür.

B. Angermann  

Weil sich Besucher mit den Zutrittsregeln nicht abfinden wollen, kam es immer wieder zu unschönen Szenen am Eingang. Jetzt stehen wie anderswo Sicherheitsleute an der Tür.

KULMBACH An anderen Kliniken, beispielsweise in Bayreuth, ist es längst üblich. Seit Juli gibt es auch am Klinikum Kulmbach einen Wachdienst am Eingang. Die beiden Kräfte von einem dafür beauftragten Unternehmen unterstützten die Einhaltung der wegen der Corona-Pandemie eingeführten Besucherregelungen, informiert Klinikums-Geschäftsführerin Brigitte Angermann. Gern habe sie diese Entscheidung nicht getroffen, kostet der Sicherheitsdienst doch immerhin rund 100 000 Euro pro Jahr. Die teils turbulenten Szenen am Eingang allerdings haben laut Angermann diesen Schritt notwendig gemacht. "Wir mussten das tun, nur weil einige wenige meinten, sich nicht an die Regeln halten zu müssen", erklärt die Geschäftsführerin des Kulmbacher Klinikums den Hintergrund. Als nach den Lockerungen im Zuge der Corona-Pandemie die zunächst für Besucher völlig geschlossenen Krankenhäuser in Bayern wieder unter strengen Regeln öffnen durften, war es (wie berichtet) auch in Kulmbach zu unschönen Szenen gekommen. Manche Besucher wollten nicht einsehen, dass sie sich anmelden und Gesundheitsfragen über sich ergehen lassen müssen und haben ihren Unmut an den Mitarbeitern im Eingangsbereich ausgelassen. Dabei ist es zuweilen nicht nur laut, sondern auch beleidigend zugegangen. Schon damals haben die Verantwortlichen für das Klinikum beklagt, dass einige wenige für diesen Ärger verantwortlich sind. Die überwiegende Mehrheit der Besucher verhalte sich absolut korrekt.

Die Einsetzung von zwei Wachleuten jeweils in der Zeit zwischen 13 und 18 Uhr (Besuchszeiten sind von 14 bis 17 Uhr) sei, sagt Brigitte Angermann, "für die Mitarbeiter ein Segen, weil es beim Zutritt zum Haus jetzt geregelt zugeht und die notwendigen Dinge geordnet abgewickelt werden können." Die Geschäftsführerin hat zu dem Thema eine klare Meinung: "Es ist bitter, was man in Deutschland inzwischen wegen einiger weniger alles tun muss."

Dass Kliniken in Bayern ohne Sicherheitsdienste nicht mehr auskommen, wie sie beispielsweise in den USA bereits seit vielen Jahren Alltag sind, bestätigt auch der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Siegfried Hasenbein. "Wir hören immer öfter von Gewalt in bayerischen Kliniken, insbesondere in den Notaufnahmen", sagt er und spricht von einer unabdingbaren Folge: Immer mehr bayerische Krankenhäuser sehen keine Alternative mehr zu einem Sicherheitsdienst.

Bereits im vergangenen Jahr hat das Ärzteblatt von einer deutschlandweiten Forderung der Krankenhäuser berichtet, dass Gelder für die Sicherheit bewilligt werden. Die Bezahlung der Wachdienste sei über die Fallpauschalen, über die die Kliniken bezahlt werden, nicht abgebildet. "Es ist beim Gesetzgeber angekommen, dass die Übergriffe auf Rettungspersonal, aber auch auf Mitarbeiter in Notfallambulanzen zunehmen",
sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, damals in Berlin. Den
Häusern müssen laut Baum Mittel bewilligt werden, um
ihre Mitarbeiter besser schützen zu können. Darauf hat inzwischen auch die Bundesregierung reagiert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ebenfalls bereits im vergangenen Jahr
angekündigt, härter gegen
Übergriffe auf medizinisches Personal vorgehen zu
wollen.

    
    

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