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Traumjob mit Karriereaussicht

Kathrin Weißerth ist eine der wenigen Frauen, die es bei der Polizei bislang in Führungspositionen KARRIERESTART FÜR FRAUEN VON KULMBACH AUS Antje Düthorn ist eine der wenigen

Kathrin Weißerth an ihrem neuen Arbeitsplatz bei der Polizeiinspektion Kulmbach. Die hat mit der 37-jährigen Beamtin zum ersten Mal eine stellvertretende Inspektionsleiterin. Foto: KW/mbu  

Kathrin Weißerth ist eine der wenigen Frauen, die es bei der Polizei bislang in Führungspositionen

KARRIERESTART FÜR FRAUEN VON KULMBACH AUS

Antje Düthorn ist eine der wenigen Frauen, die es geschafft haben, die Leitung einer Polizeiinspektion zu übernehmen. Die ehemalige Dienstgruppenleiterin der PI Kulmbach steht seit Ende vergangenen Jahres an der Spitze der Polizei in Ludwigsstadt im Landkreis Kronach. Nach dem Abitur entschloss sich die aus Stockheim stammende Tochter eines Polizisten, selbst zur Polizei zu gehen und machte dort Karriere. Unter anderem war die jetzt 44-jährige dreifache Mutter 13 Jahre lang bei der Kripo, bevor sie als Dienstgruppenleiterin in Kronach und dann in Kulmbach zur uniformierten Polizei zurückkehrte. Seit 1. Dezember 2019 leitet die Polizeihauptkommissarin die PI Ludwigsstadt. Die Beamten dort sind für den nördlichen Kronacher Landkreis mit Ludwigsstadt, Nordhalben, Pressig, Reichenbach, Steinbach am Wald, Tettau, Teuschnitz und Tschirn zuständig. Auf einer Fläche von 270 Quadratkilometern sollen sie die Sicherheit von 18 000 Menschen garantieren.


ABSOLUTE MINDERHEIT

ie hoch ist der Frauenanteil in Führungspositionen bei der Bayerischen Polizei? Das wollte die Landtagsabgeordnete Katharina Schulze von den Grünen im vergangenen Jahr vom Innenministerium erfahren. Die Antwort war ernüchternd: Führungspositionen bei der Polizei waren zum Stichtag 1. Februar 2019 90,67 Prozent durch Männer und nur zu 9,33 Prozent durch Frauen besetzt gewesen. Erst seit 1990 sind Frauen zur Ausbildung für den Polizeidienst zugelassen.


ZUSTÄNDIGKEITSBEREICH

Zwei Polizeiinspektionen gibt es im Landkreis Kulmbach: Sie sitzen in Kulmbach und Stadtsteinach. Zum Zuständigkeitsbereich der Kulmbacher Polizei gehört der halbe, südwestliche Kulmbacher Landkreis mit den Städten und Gemeinden Kulmbach, Kasendorf, Mainleus, Neudrossenfeld, Thurnau und Wonsees. Das Gebiet, für das die PI Kulmbach zuständig ist, umfasst eine Fläche von 332,4 Quadratkilometern. Die Gesamteinwohnerzahl beträgt etwa 44 200.


geschafft haben. Polizistin zu werden war schon

immer ihr Wunsch.

KULMBACH Mit Kathrin Weißerth hat die Polizeiinspektion Kulmbach zum ersten Mal eine stellvertretende Leiterin. Seit dem 1. Mai ist die 37-jährige Stockheimerin in dieser Funktion und als Leiterin der Verfügungsgruppe im Dienst. Leider wird sie nur bis Ende Oktober des Jahres bleiben und dann auf ihrem weiteren Weg zur sogenannten 4. Qualifikationsstufe (analog dem höheren Dienst) die nächste Station ansteuern. Kathrin Weißert legt mit der Qualifizierung, die sie gerade durchläuft, den Grundstein für eine Führungsposition in der bayerischen Polizei, die gerade bei Frauen noch immer deutlichen Nachholbedarf hat, obwohl im Freistaat in diesem Jahr "30 Jahre Frauen bei der Polizei" zu feiern waren.

Kathrin Weißerth hat ihren Traumberuf bei der Polizei gefunden, wie sie begeistert erzählt. Was sie werden wollte, wusste die Frau aus dem Landkreis Kronach schon sehr früh: "In meiner Nachbarschaft haben einige Polizisten gelebt. Der Polizeidienst hat mich schon immer begeistert. Ich wollte keinen Beruf, bei dem ich nur am Schreibtisch sitze, habe gern mit Menschen zu tun. Der Polizeiberuf ist dafür wie geschaffen." Es sei möglich, seine sportlichen Vorlieben auszuleben. In der Ausbildung werde man sportlich gefördert und auch wenn man die abgeschlossen hat, sei es wichtig, sich fit zu halten. Das breite Spektrum an verschiedensten Aufgaben sieht Kathrin Weißerth als einen großen Pluspunkt in ihrem Beruf an: "Ich finde das phänomenal, weil das in diesem Umfang kein anderer Arbeitgeber bietet. Ein ehemaliger Chef von mir sagte einmal, das Schöne bei der Bayerischen Polizei sei es, dass man unheimlich verschiedene Jobs machen kann, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Und das ist auch so."

Dass sie mit 19 Jahren, nachdem sie in Kulmbach ihr Fachabitur gemacht hatte, zunächst einmal ihren Heimatlandkreis Kronach verlassen musste, hat die heute 37-Jährige nicht gestört. "Ich fand das toll, in dem Alter zum ersten Mal in die Stadt zu ziehen. Man macht unheimlich viele Erfahrungen, man kommt viel rum in Bayern und auch außerhalb. Das sind Erfahrungen, die man nur bei der Polizei sammeln kann." Was Kathrin Weißerth besonders spannend findet: "Wenn man zum Dienst kommt, weiß man nie, was passiert. Es ist immer aufregend, spannend und abwechslungsreich."

Etliche Bereiche hat die Polizistin im Polizeidienst schon kennengelernt: Bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg hat alles angefangen, dann kam der Einsatzzug in Schwabach. Nach der Elternzeit, Kathrin Weißerth hat einen jetzt zwölfjährigen Sohn, folgte eine Station bei der PI Coburg, dann bei der PI in Kronach. Dann begann die Polizistin ein Studium für die 3. Qualifikationsebene (gehobener Dienst) und wurde schließlich der PI Ludwigssstadt als Stammdienststelle zugeordnet. Doch das hieß nicht etwa, dass sie dort auch die ganze Zeit tätig war. Auf ihrem Karriereweg war die Beamtin unter anderem Dienstgruppenleiterin in Coburg und bei der Kripo in Bamberg. Jetzt muss sie sich als stellvertretende Inspektionsleiterin Kulmbach beweisen. Wo und wie es danach weitergeht, ist noch offen. Klar ist aber: Kathrin Weißerth hat ein Ziel. Sie möchte irgendwann eine größere Dienststelle leiten. Das wäre für sie der "Traumjob im Traumjob".

Dabei ist es gar nicht so leicht für die 37-Jährige, sich auf Favoriten festzulegen. "Jeder Bereich für sich hat was. Ich war unheimlich gern als Streifenbeamtin in der Schicht. Ich bin gerne für die Bürger da." Schöne Momente könne man dabei erleben, zum Beispiel wenn Menschen sich freuen, dass die Polizei ihnen weiterhilft. Natürlich gebe es auch die weniger schönen Ereignisse. Aber wo gibt es die nicht? "Ich könnte gar nicht sagen, wo es mir am besten gefallen hat. Auch die Arbeit bei der Kripo, die ja komplett neu für mich gewesen ist, hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Das ist toll, wenn man mal über den Tellerrand hinausschauen kann. Jeder Bereich für sich hat seine Vorteile."

Sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen, sich schnell darauf einstellen zu müssen, das fasziniert die junge Beamtin. Das kommt im Streifendienst besonders oft vor, erzählt sie. Aber auch als Dienstgruppenleiterin sei man immer wieder aufs Neue gefordert. "Da fahren dann zwar andere Einsätze, aber man muss schauen, dass alles passt, man muss organisieren. Es ist alles spannend und herausfordernd, und alles auf seine eigene Art und Weise."

Ihren Polizeiberuf habe sie immer problemlos auch mit Familie und Kind verbinden können. Die Möglichkeiten, Teilzeit zu arbeiten, sei bei der Polizei geradezu ideal. Nach der Elternzeit habe sie mit wenigen Stunden wieder angefangen und die Arbeitszeit Zug um Zug verlängert, je älter der Sohn wurde. "Mir war es immer möglich, beides unter einen Hut zu bekommen." Auch das Förderverfahren, das sie gerade durchlaufe, sei ihr in Teilzeit ermöglicht worden. 34 Wochenstunden leistet die Beamtin. Sie ist voll des Lobs: "Da kommt mir mein Dienstherr sehr entgegen."

Jungen Leuten, die sich für die Polizei interessieren, kann Kathrin Weißerth nur raten, sich den Beruf näher anzuschauen. "Ich habe es noch keinen Moment bereut, und ich könnte mir für mich auch keinen anderen Beruf vorstellen."

Zum ersten Mal hat Inspektionsleiter Peter Hübner eine Frau als Stellvertreterin. Eine Umstellung ist das für ihn nicht. "Seit 30 Jahren gibt es jetzt Frauen bei der Polizei. Wir sind es längst gewohnt, mit unterschiedlichen Geschlechtern zu arbeiten."

Im Gegenteil, die weibliche Komponente ist für den Kulmbacher Polizeichef Peter Hübner gerade auch im Polizeidienst ein Gewinn: "Ich kenne ja noch die Zeit, in der nur Männer eingestellt worden sind, und muss sagen, die weibliche Komponente erweitert das Spektrum."

    
    

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