» zur Übersicht Landkreis Kulmbach
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Landkreis wirbt für verantwortungsvolles Verhalten

Die "7 Tage Inzidenz" ist die neue Messlatte, ob Lockerungen fortgeschrieben oder zurückgenommen werden. Landrat Söllner ruft die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

Landrat Klaus Peter Söllner  

Die "7 Tage Inzidenz" ist die neue Messlatte, ob Lockerungen fortgeschrieben oder zurückgenommen werden. Landrat Söllner ruft die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

INZIDENZ

Der Begriff Inzidenz stammt aus der Epidemiologie und beschreibt die jeweilige Neuerkrankungsrate an einer bestimmten Krankheit. Die Inzidenz gibt an, wie viele gesunde Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an einer bestimmten Krankheit neu erkranken. Mit diesem Berechnungsschema lässt sich einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person aus einem zuvor definierten Personenkreis erkrankt. Bei der Epidemiologie handelt es sich um ein Gebiet der Medizin, das sich mit der Verbreitung und dem Verlauf von Krankheiten sowie den jeweiligen Einflussfaktoren befasst.


KULMBACH "Es infizieren sich Menschen, nicht ein Landkreis", sagte der Stabschef im Krisenstab des Landkreises Kulmbach, Oliver Hempfling bei der jüngsten Pressekonferenz des Landkreises in Sachen Corona. Damit macht er auf die Bedeutung der neuesten "Messlatte" in Sachen Covid-19 aufmerksam, die sogenannte "7 Tage Inzidenz", die von nun an als Richtschnur dafür gilt, ob pandemiebedingte Beschränkungen gelockert werden können oder verschärft werden müssen.

Wenn es binnen sieben Tagen 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohnern gibt, werde ein Knackpunkt erreicht, machte Landrat Klaus Peter Söllner deutlich. Nach den offiziellen Zahlen des LGL liege der Landkreis mit einem Wert von 13,93 derzeit deutlich unter dem kritischen Wert. Rechne man die am Dienstag neu erfassten zwei weiteren Fälle hinzu, komme man auf 17. "Damit sind wir von der kritischen Zahl derzeit weit entfernt", zeigte sich der Landrat erleichtert. Er machte aber auch deutlich, dass sich das schnell ändern könne. Es gelte daher weiterhin, äußerste Vorsicht walten zu lassen, um die Lockerungen nicht zu gefährden. Sollte der Landkreis Kulmbach 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche erreichen, sei er bereits in dem sehr kritischen Bereich, in dem sich derzeit beispielsweise der Landkreis Sonnefeld befindet.

Nach der Verdoppelungszahl und der Reproduktionsziffer habe man nun das dritte Parameter, die "7 Tage Inzidenz". Sie soll als eine Art Frühwarnsystem gelten. Den Wert von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche habe man festgelegt, weil man bei dieser Größenordnung den Infektionsweg noch einigermaßen gut zurückverfolgen kann, informierte Oliver Hempfling. Seien die 50 erreicht, müsse die Notbremse gezogen werden. Wie die im Einzelnen aussehen werde, könne man nicht sagen. Das hänge vom Einzelfall ab. Das könne zum Beispiel im Fall eines verstärkten Auftretens in einem Heim die erneute Aussetzung der Besuchsmöglichkeiten sein.

Jeder einzelne Bürger könne durch sein Verhalten den weiteren Verlauf beeinflussen. "Wir haben keinen Normalzustand, wir sind nicht über den Berg", machte Hempfling deutlich. Mit den Lockerungen müsse vorsichtig umgegangen werden. "Wenn man überzieht, kann das die Rücknahme von Erleichterungen mit sich bringen."

Damit spricht Hempfling konkrete Beispiele an, die der Behörde berichtet wurden. In einer Straße beispielsweise haben sich am zurückliegenden Wochenende angeblich Mitglieder von fünf verschiedenen Familien auf ein Bier getroffen. Das sei nach wie vor nicht erlaubt. Man müsse auch sehen, wie sich die wieder möglich gemachten Gottesdienste auswirken und ob die Öffnung des Breitensports, die Hempfling "als gut und richtig" ansieht, Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen hat. Die Regeln einzuhalten, sei jetzt sehr wichtig. "Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, weiterhin sehr vorsichtig zu sein", betonte Oliver Hempfling.

Nahezu vorbildlich haben sich laut Hempfling bislang die Ladenbetreiber verhalten. Allerdings erinnerte der Stabschef an die jetzt generell geltende Regelung, dass pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur je ein Kunde im Geschäft sein darf. Das gelte auch für Supermärkte und werde gegebenenfalls auch kontrolliert. Die Geschäfte sollen nun nochmals angeschrieben werden. Lobend äußerte sich der Landrat über die Zahl der Tests, die bislang im Landkreis gemacht wurden. "Wir haben in Kulmbach bislang rund 4500 Tests gemacht. Das ist ein sehr hoher Wert für einen Landkreis unserer Größe." Oliver Hempfling ergänzt mit Vergleichswerten: In Bayern liegt die Testquote bei 4,5 Prozent der Bevölkerung, in Südkorea, das oft als beispielhaft erwähnt werde, bei 1,2 Prozent. Der Landkreis Kulmbach liege derzeit bei einer Quote von 6,4 Prozent.

Der Landkreis habe bereits vor Wochen rund 500 Menschen, die in Heimen arbeiten, prophylaktisch getestet, derzeit sei die Mobile Abstrichstelle unterwegs, um die rund 1500 Menschen zu testen, die in Heimen leben. 400 Tests seien bereits ausgewertet. Erfreulicherweise sei dabei keiner positiv ausgefallen. "Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis und bestärkt uns, auf diesem Weg weiterzumachen", sagte der Landrat.

Eine positive Bilanz zieht Landrat Söllner zum ersten Besuchswochenende in den Pflegeheimen im Landkreis. Nach rund sechswöchiger Sperrung der Einrichtung haben laut Söllner die Träger eine "Riesenherausforderung" erfolgreich gemeistert. "Zahlreiche Angehörige haben diese erste Möglichkeit eines Besuchs wahrgenommen. Die Heimträger haben das bestens gemanagt", sagte der Landrat und drückte allen seinen Dank dafür aus.

    
    

Diesen Artikel

    
    

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

aufgrund der Corona-Krise mit ihren schlimmen wirtschaftlichen Auswirkungen – auch für unsere Verlagsgruppe – wird die Mittwochsausgabe des BLICKPUNKTs vorerst bis Ende April eingestellt.
Am Wochenende werden Sie aber – wie gewohnt – auch weiterhin einen BLICKPUNKT in Ihrem Briefkasten finden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!


Blickpunkt-Ausgaben vom 06.06.2020

    
    

Online-Anzeigenannahme

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben?

Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen:

»Anzeige online aufgeben

Alternativ erreichen Sie unsere Anzeigenannahme telefonisch unter der Service-Hotline 09281/1802042 oder per Fax unter 09281/816-148.

    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, Farbanzeigen und viele weitere Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr
    
    
    
 
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.