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Patienten meiden aus Furcht den Besuch beim Arzt

Die Kulmbacher Fachärzte sind in Sorge: Selbst Menschen, die regelmäßiger Behandlung bedürfen, bleiben den Praxen fern.

Dr. Gernot Petzold  

Die Kulmbacher Fachärzte sind in Sorge: Selbst Menschen, die regelmäßiger Behandlung bedürfen, bleiben den Praxen fern.

KULMBACH Angesichts des Katastrophenfalls in Bayern durch das Covid19 Virus wurden die Kontakte in der bayerischen Bevölkerung durch gesetzliche Bestimmungen auf ein Mindestmaß herabgesetzt. Betroffen davon waren auch die Arzt-Patienten-Kontakte, schreibt Dr. Gernot Petzold im Namen seiner Kulmbacher Facharztkollegen.

Die sind nun aus ganz anderen Gründen als bisher sehr besorgt: Patienten meiden die Praxen, offenbar aus Furcht vor einer Corona-Infektion. Darüber hatte zuvor, wie berichtet, auch schon das Klinikum Kulmbach seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Weltweit wird das Phänomen beobachtet, dass Patienten Praxen und Krankenhäuser meiden. "Während wir noch im März darum baten, die Arztpraxen nur in dringenden, unaufschiebbaren Angelegenheiten aufzusuchen, weil wir über zu wenig Schutzausrüstungen verfügten, hat sich diese Situation bis heute deutlich gebessert", schreibt Gernot Petzold. Durch die Einrichtung von Covid-19-Praxen (Fieberpraxen) konnten die Patienten mit Covid19-Infektionsverdacht von den Haus- und Facharztpraxen ferngehalten und somit eine zusätzliche Weiterverbreitung des Virus durch einen Praxisbesuch verhindert werden.

"Nun beobachten wir aber leider ein gegensätzliches Verhalten der Patienten im Landkreis. Aus Angst vor einer Covid-19- Infektion nehmen viele Patienten ihre vereinbarten Termine in den Facharztpraxen nicht mehr wahr. Dazu gehören auch dringende Termine zur Tumornach- und -vorsorge, zu Blutdruck- und Diabeteskontrollen, zu den 4-wöchigen Kontrollen bei feuchter altersabhängiger Makuladegeneration und vielen mehr", fasst Petzold für seine Kollegen die aktuelle Lage zusammen.

Die Fachärzte in Kulmbach befürchten, dass durch die Angst vor der Ansteckung mit Covid19 viele, weit direktere und konkretere Gesundheitsgefährdungen in Kauf genommen werden und es damit als Folge dieses Management der "Corona-Krise" in der Folgezeit zu vielen vermeidbaren Verschlimmerungen bestehender Erkrankungen kommt. Ebenso sei es wahrscheinlich, dass Erkrankungen zu spät entdeckt werden, wenn der Facharztbesuch unterbleibt. Als Gründe, den Praxen fernzubleiben nennen die Fachärzte aus ihrer Sicht "einseitigen Informationen über die Zahlen der Infektionsraten, das Wesen und die Art der Covid 19 Erkrankungen und die richtige Einordnung der Sterberaten an Covid19".

Das Thema "ausbleibende Facharztbesuche" sei auch beim letzten Treffen der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Kulmbach am 28. April thematisiert worden. "Wir Facharzte im Landkreis Kulmbach versichern, dass wir alle Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt haben, dass in den Praxen Personal und Patienten Mundschutz tragen, dass Patienten mit Verdacht auf Erkältungskrankheiten keinen Zutritt zu den Praxen in den normalen Sprechzeiten haben. Für diese Patienten wurden Sonderregelungen geschaffen", informieren die Mediziner aus dem Landkreis.

Ein wesentlicher Grund, warum die Infektions- und Sterberate in Deutschland gegenüber anderen Ländern vergleichsweise gering ist, sei die einmalige Situation, dass den Kliniken in Deutschland ein flächendeckendes Netz von niedergelassenen Ärzten vorgeschaltet ist. Dadurch sei es möglich gewesen, viele mit Covid-19 infizierte Patienten von den Kliniken fernzuhalten, die Infektionen in den Kliniken durch Personal und Patienten sei die Ausnahme geblieben. Acht von zehn Patienten mit Covid-19-Erkrankung werden ambulant behandelt, schreibt Petzold. Er appelliert im Namen seiner Facharztkollegen an die Patienten: "Bitte erhalten Sie diesen Schutzschirm der niedergelassenen Ärzte, indem Sie ihn nutzen, suchen Sie die Ihnen vertrauten Fach- und Hausärzte wieder auf!"

    
    

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