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Vor allem junge Leute sprangen ein

Binnen zwei Tagen musste die Stadt Kulmbach durch die Corona-Krise 90 ihrer 320 Wahlhelfer ersetzen. Zahlreiche Studenten meldeten sich spontan.

Im Evangelischen Wohnstift in der Tilsiter Straße wird auf der einen Seite aufgerufen, von Besuchen bei den Senioren abzusehen und gleichzeitig ist dort ein Wahllokal eingerichtet gewesen. Im Internet hat das für Aufregung und Unverständnis gesorgt. Die Verantwortlichen weisen das zurück: Man habe extra einen Korridor geschaffen und dafür gesorgt, dass sich Bewohner und Wähler im Haus nicht begegnen, sagen die Träger.  

Binnen zwei Tagen musste die Stadt Kulmbach durch die Corona-Krise 90 ihrer 320 Wahlhelfer ersetzen. Zahlreiche Studenten

meldeten sich spontan.

KULMBACH Die Angst, sich möglicherweise mit dem Corona-Virus zu infizieren, hatte offenbar Ende der vergangenen Woche auch etliche Wahlhelfer erfasst, die eigentlich am Sonntag in den Wahllokalen Dienst tun sollten. Am Freitag veranlasste das die Stadt Kulmbach zu einem Hilferuf: Ungewöhnlich viele Krankmeldungen habe es aus den Reihen der ursprünglich eingeplanten Wahlhelfer gegeben, schrieb die Stadt und rief die Bürger dazu auf, sich als Wahlhelfer zu melden. Das, freut sich der Kulmbacher Wahlleiter Uwe Angermann, hat prima geklappt: "Wir mussten kurzfristig von 320 Wahlhelfern im Stadtgebiet rund 90 Personen ersetzen. Allein am Freitag vor der Wahl hatten sich unmittelbar nach dem Aufruf schon 25 Personen gemeldet, und auch am Samstag haben wir noch Unterstützung bekommen", freute sich der Kulmbacher Wahlleiter.

Die Besetzung in den Wahllokalen der Stadt sei damit am Sonntag gesichert gewesen, berichtet Uwe Angermann. Viele von denen, die jetzt neu als Wahlhelfer dazugekommen sind, seien Studenten, die wegen der geschlossenen Universitäten ohnedies zu Hause sind. "Aber wir haben auch etliche ältere Bürgerinnen und Bürger, die sich spontan für diese Aufgabe bei uns gemeldet haben."

Die überdurchschnittlich vielen Absagen, die es bei der Stadt Kulmbach aus den Reihen der Wahlhelfer gegeben hat, dürften mehrere Gründe haben, erklärt Uwe Angermann. Ganz sicher ist die ganz allgemeine Angst, sich trotz aller getroffenen Sicherheitsvorkehrungen doch zu infizieren, ein Grund. Aber es gibt auch Menschen in diesem Kreis, die zum Beispiel bereits unter Asthma leiden und sich in diesen Tagen besonders schützen müssen. Wieder andere arbeiten bei Behörden, zum Beispiel beim Gesundheitsamt. Die werden gerade an ihren Arbeitsplätzen gebraucht und stehen für die ehrenamtliche Aufgabe deshalb nicht zur Verfügung. Last but not least gibt es dann auch noch die Gruppe derer, denen amtlich geraten wurde, sich selbstständig in häusliche Quarantäne zu begeben, weil sie zum Beispiel zu den Kontaktpersonen der 80 Schüler und zwölf Lehrer des CVG gehören, die nach der Erkrankung einer der Lehrerinnen für 14 Tage isoliert wurden.

So schlimm wie die Stadt Kulmbach waren die ländlichen Gemeinden im Landkreis nicht von Absagen für diese ehrenamtliche Tätigkeit betroffen. Dort, das hatte Abteilungsleiterin Kathrin Limmer vom Landratsamt bereits am Freitag gesagt, sei man auf mögliche Ausfälle vorbereitet und habe auch die nötigen Vorkehrungen getroffen, im Bedarfsfall Ersatzleute einzusetzen. In den Wahllokalen selbst war diesmal weniger los als sonst. Allein in der Stadt Kulmbach wurden an rund 8200 Wählerinnen und Wähler Briefwahlunterlagen ausgegeben. Doch die Zahl sollte noch steigen. Etliche Kulmbacher nahmen das Angebot, auch am Sonntag noch bis 15 Uhr Anträge auf Briefwahl stellen zu können, wahr, bestätigt Uwe Angermann.

Bis 12 Uhr hatte die Stadt Kulmbach eine Wahlbeteiligung von 55 Prozent verzeichnet. 35 Prozent entfiel auf die Briefwahl. In den Wahllokalen allerdings hatten nur 17 Prozent ihre Stimmen abgegeben. Das, kommentierte Uwe Angermann, sei ziemlich überschaubar gewesen. Für die Gemeinden im Landkreis Kulmbach, wo es in zwei Wochen noch Stichwahlen um die Bürgermeisterämter geben wird, wird es ausschließlich Briefwahl geben. Die bayerische Staatsregierung hat verfügt, dass Wähler ganz ohne Antrag automatisch Briefwahlunterlagen per Post zugesandt bekommen. Wahllokale für die persönliche Stimmabgabe wird es am nächsten Sonntag wegen der Corona-Krise bayernweit nicht geben.

    
    

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