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"Crashkurs" für junge Wahlhelfer

Rund 40 Schüler lernen gerade viel Neues über Kommunen, ihre Aufgaben und über die Kommunalwahl. Dort werden sie als Helfer mitarbeiten, auch wenn sie noch minderjährig sind.

Für den Stimmzettel für die Kreistagswahl braucht man eine Menge Platz, und auch ein gewissen Grundwissen, wie die Wahl funktioniert, stellen diese Schüler des Kulmbacher CVG fest. Die Bildungsregion Kulmbach vermittelt dieses Wissen in einem neuen Projekt. Foto: KW/mbu   » zu den Bildern

Rund 40 Schüler lernen gerade viel Neues über Kommunen, ihre Aufgaben und über die Kommunalwahl. Dort werden sie als Helfer mitarbeiten, auch wenn sie noch minderjährig sind.

KULMBACH Wählen dürfen sie diesmal noch nicht, aber die Kommunalwahl, die in wenigen Tagen stattfindet, interessiert sie doch. So sehr, dass sie sich für ein Projekt gemeldet haben, das der Landkreis Kulmbach und die Akademie für Neue Medien gemeinsam anbieten. Rund 40 Schülerinnen und Schüler des CVG und der Berufsschule werden nicht nur sehr viel über Kommunen und Wahlen erfahren und kurze praktische Erfahrungen in kommunalen Behörden gesammelt. Viele von ihnen werden am 15. März in unterschiedlichsten Wahllokalen auch als Wahlhelfer aktiv sein. Wer noch nicht volljährig ist, kann zwar nicht einem Wahlvorstand angehören und darf nicht an der Auszählung beteiligt sein. Aber an einem Wahltag gibt es viel zu tun, das man auch als Jugendlicher übernehmen kann. Für Landrat Klaus Peter Söllner ist das ein klarer Gewinn, auch im Hinblick auf kommende Wahlen. Vielleicht wird ja der eine oder andere später wirklich als ehrenamtlicher Wahlhelfer tätig. Das würde helfen in einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen für dieses für die Demokratie wo wichtige Amt einlassen wollen.

Die Bildungsregion Kulmbach und die Akademie für Neue Medien haben schon länger überlegt, etwas gemeinsam zum Thema Kommunen für Kulmbacher Schüler anzubieten, berichtet Studienleiter Thomas Nagel von der Akademie. Dort wurden Tools für E-Learning entwickelt und sind für junge Leute im Einsatz. Eins davon hat bereits, wenn auch viel umfangreicher, genau dieses Thema zum Inhalt. Für die Aktion "Wahlhelfer" wurde das Lernprogramm abgespeckt. Die jungen Leute hatten damit die Möglichkeit, wichtige Hintergrundinfos rund um die Themen "Städte und Gemeinden, Kommunen und Landkreis", aber auch über die Kommunalwahlen zu erfahren. Vertieft wird das Ganze dann im Rahmen der Schulzeit bei Treffen mit Vorträgen im Landratsamt. Gestern haben die jungen Leute von Kilian Spies aus dem Sachgebiet Kommunales und Schulen viel über die Wahlen gehört und dabei nicht schlecht über das gewaltige Format des Stimmzettels für den Kreistag gestaunt.

Im Landratsamt, in der Kulmbacher Stadtverwaltung und in den kommunalen Verwaltungen in Trebgast, Marktleugast, Marktschorgast, Stadtsteinach, Kasendorf, Wirsberg, Neudrossenfeld und Untersteinach gibt es weitere Termine. Dort lernen die Teilnehmer unter anderem, was es für die Briefwahl vorzubereiten gilt, sie schauen dem Wahlausschuss über die Schulter oder nehmen an Wahlhelferschulungen teil.

"Echt cool"

"Das ist echt cool, ich hätte nicht gedacht, dass man für eine Wahl so viel wissen oder machen muss", sagt einer aus der Gruppe. Er kann sich durchaus vorstellen, dass er, wenn er volljährig ist und die nächste Wahl ansteht, aktiv als Wahlhelfer mitwirken will. Für Achim Geyer, stellvertretender Wahlleiter für die Landkreiswahlen, ist das ein Zeichen der Hoffnung. Zwar herrsche in Sachen Wahlhelfer derzeit noch kein akuter Notstand. "Gerade auf dem Land klappt das schon noch ganz gut und auch die Stadt Kulmbach hat ihre Wahlhelfer beisammen", sagt er. Aber auch er weiß: Man muss etwas tun, wenn man auch in Zukunft genügend Helfer haben will. Das ist, wie Achim Geyer erklärt, für das Funktionieren der Demokratie immens wichtig. Gerade gebe es einen Generationenwechsel. Viele Wahlhelfer, die bereits seit 20 und mehr Jahren aktiv sind, wollen aufhören. Nachwuchs wird gebraucht. Und der rutscht nicht mehr so "automatisch" nach, wie das in früheren Jahren noch der Fall gewesen sein mag.

Die Frage sei, sagt Achim Geyer, wie es gelingen kann, junge Menschen an dieses Thema heranzuführen, von dem viele weit entfernt sind. Der Landkreis hat Verbindung zu Experten aufgenommen, um zu klären, was Minderjährige bereits im Wahllokal tun können.

So lange der 18. Geburtstag der jungen Leute noch aussteht, können sie den offiziellen Helfern helfen. Sie können so Einblicke gewinnen und vielleicht auf diese Weise die Motivation finden, sich alle paar Jahre einmal für einen Wahltag zur Verfügung zustellen.

Gutes Angebot

Damit das auch wirklich so eintritt, haben sich die Kommunen etwas einfallen lassen, um ihre hoffentlich künftigen neuen Wahlhelfer auch bei der Stange zu halten. In Mainleus etwa ist vorgesehen, die jungen Leute, die dort im Einsatz sein werden, zu verschiedenen Wahllokalen zu fahren, damit sie möglichst breit Einblick bekommen. Die Stadt Kulmbach hat das Angebot gemacht, sich das Wahllokal aussuchen zu können. Die Teilnehmer an diesem Projekt sollen einen möglichst guten Eindruck zurückbehalten. Schließlich herrscht die Hoffnung, dass die jungen Leute später wiederkommen.

Für die Bildungsregion Kulmbach, die von Nicole Neuber koordiniert wird, kam all das wie gerufen. Schon länger habe es die Überlegung gegeben, Schülern etwas zum Thema Wahlen anzubieten. Der Kontakt zur Akademie für Neue Medien habe es dann ermöglicht, das Projekt auf den Weg zu bringen. In der Bürgermeisterdienstbesprechung wie auch im Gespräch mit den Schulleitern sei die Resonanz hervorragend gewesen. Rund 40 Schülerinnen und Schüler haben sich freiwillig bereit erklärt, mitzumachen, sie alle bekommen jetzt Wissensinput und Praxisinput und damit auch in gewisser Weise einen Wissensvorsprung, wenn es um kommunale Zuständigkeiten und Aufgaben, aber auch um die Kommunalwahl geht.

Das findet Landrat Klaus Peter Söllner ganz besonders gut. Immer wieder stelle er in Gesprächen fest, wie wenig Wissen gerade über Zuständigkeiten in der Bevölkerung verbreitet ist. Was ist Aufgabe einer Gemeinde, was muss der Landkreis tun? "Wer dieses Grundwissen hat, kommt im Leben besser und schneller zurecht."

Wissen vermitteln

Das Programm, das die Akademie für Neue Medien für diesen Wissensbereich im Einsatz hat, gehe laut Klaus Peter Söllner über das Maß hinaus, das für dieses Projekt gebraucht wird. Deswegen seien einige Module herausgenommen worden. Doch ob Vollversion oder die abgespeckte Fassung: "Das ist ein gutes Beispiel, wie man kommunalpolitische Themen an junge Leute vermitteln kann.

Von der Arbeit der Akademie für Neue Medien ist Landrat Söllner sehr angetan. "Die Akademie geht neue Wege und hat herausragend gute Ideen. Wir sehen die Akademie als Teil unseres Medienstandorts Kulmbach an. Wir unterstützen gerne dieses Projekt, das gesellschaftspolitisch wichtig ist, weil es das Interesse junger Menschen für Politik und Wahlen weckt." Der "Crashkurs Kommunalwahl" ist dafür ein guter Einstieg.

    
    

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