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Die Öhrleins holen Trump ins Kino

"Fahrenheit 11/9" können die Kulmbacher am 20. GUT ZU WISSEN Michael Moores neuester Film "Fahrenheit 11/9" wird im Rahmen der Reihe "Kino umsonst" am Sonntag, 20. Januar, 10.

Die Öhrleins holen Trump ins Kino  

"Fahrenheit 11/9" können die Kulmbacher am 20.

GUT ZU WISSEN

Michael Moores neuester Film "Fahrenheit 11/9" wird im Rahmen der Reihe "Kino umsonst" am Sonntag, 20. Januar, 10.30 Uhr, im Cineplex Kulmbach gezeigt.


Januar kostenlos sehen. Zu verdanken haben sie das einer privaten

Initiative.

KULMBACH Mit einer ungewöhnlichen Form der Wahl- und Parteienwerbung hat vor mehr als zehn Jahren alles angefangen. Damals, erinnert sich der ehemalige Grünen-Kreisrat Jürgen Öhrlein, wollten die Kulmbacher Grünen etwas möglich machen, das es sonst im hiesigen Kino nicht geben würde: Kritische, außergewöhnliche Filme auch in Kulmbach auf die Leinwand zu bringen. "Für diese Filme ist Kulmbach zu klein, sie hier zu zeigen, lohnt sich für einen kommerziellen Kinobetreiber nicht", sagt Öhrlein. Zusammen mit Johannes und Cosima Asen, damals ebenfalls für die Grünen im Kreistag, wurde der Beschluss gefasst und "Kino umsonst" fand seinen Auftakt.

Zahlreiche hochinteressante Filme konnten die Menschen im Kulmbacher Land seither kostenlos im Kulmbacher Kino sehen. "Bauer und Prinz" machte den Auftakt. Einer der letzten Filme in "Kino umsonst" war"Snowden". Der Film zeigt, wie Edward Snowden sein Leben riskierte, als er die geheimen Unterlagen über die NSA-Schnüffeleien an die Presse gab.

Veranstalter waren damals aber schon nicht mehr die Grünen, die das kostenlose Kinoereignis von ihren Sitzungsgeldern im Kreistag finanziert hatten. Jürgen Öhrlein und seine Frau Christine haben die Reihe auf eigene Kosten fortgesetzt, als die GOL-Nachfolger im Kreistag abgewunken hatten. "Das ist jetzt eine reine Privatinitiative, wir wollten das nicht aufgeben.

Nicht weniger Brisanz hat auch "Fahrenheit 11/9" des bekannten Filmemachers Michael Moore, der 2003 mit "Bowling für Columbine" einen Oscar für den besten Dokumentarfilm erhalten hatte. Bei Moore neuestem Werk handelt es sich um einen äußerst kritischen Film über den US-Präsidenten Donald Trump. Die Dokumentation läuft, wenn sie in Kulmbach gezeigt wird, gerade einmal drei Tage in den deutschen Großstadtkinos. "Damit haben wir etwas erreicht, das noch nie dagewesen ist,", freut sich Jürgen Öhrlein.

"Fahrenheit 9/11" hat Top-Kritiken erhalten. Der Inhalt: Im November 2016 verändert ein Tag nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt grundlegend, als der exzentrische Milliardär und Republikaner Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl gegen die demokratische Favoritin Hillary Clinton gewinnt. Damals rechnete niemand mit seinem Sieg, der einem schmutzigen und krawalligen Wahlkampf folgte. Der Regisseur Michael Moore ergründet in seinem neuen Dokumentarfilm, wie es geschehen konnte, dass der reiche Unternehmer an der Spitze der Macht landete. Moore offenbart die Umstände und Mechanismen, die zum Sieg geführt haben und beschäftigt sich provokant und unterhaltsam mit den politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Trumps Machtergreifung. Dabei rechnet der Filmemacher nicht nur mit dem umstrittenen Sieger ab, sondern übt auch besondere Kritik an den Demokraten, die laut Moore durch ihr Versagen Trumps Präsidentschaft erst ermöglichten.

In der Auswahl hatte Jürgen Öhrlein auch andere Filme. "Wackersdorf" war darunter. Die Entscheidung fiel dann aber zugunsten von "Fahrenheit 11/9". "Von allen anstehenden Themen war mir das das wichtigste", sagt Öhrlein, der davon überzeugt ist: "Amerika steuert in die falsche Richtung". Sogar der Frieden sei in Gefahr, sagt der ehemalige Kommunalpolitiker und verweist auf das schlechte Klima, das zwischen China und Russland auf der einen und den USA auf der anderen Seite herrscht. Die Zusammenhänge, die Moore in seinem Film herstellt sei des ihm und seiner Frau wert gewesen, sich für "Fahrenheit 11/9" zu entscheiden.

Über Präsident Trump hinaus wird es am 20. Januar auch einen kurzen Schwenk zur Kulmbacher Kommunalpolitik geben, kündigt Jürgen Öhrlein an. Mit den derzeitigen Mandatsträgern der Grünen ist der Architekt aus Rothwind nämlich gar nicht zufrieden: "Es kommt nichts", klagt er. "Gerade jetzt, wo die Grünen so stark sind, müsste man viel mehr vor Ort tun. Aber weder im Kreis noch in der Stadt Kulmbach haben wir Leute, die aus ihrem System der Zustimmung herausfinden und eigene Punkte vertreten. Stattdessen sagen sie überall nur ja und vergessen die Aufgabe, die sie haben, um die Bürger zu repräsentieren."

Das Thema Klimawandel und was man tun könnte oder müsste, um ihn zu stoppen, ist laut Öhrlein so ein Thema, zu dem es in Kulmbach Stadt und Land zu wenig Initiativen gibt. "Das muss man doch als Grünen-Politiker zwingend einfordern. Es kann nicht sein, dass da keinerlei eigenen Ideen entwickelt werden."

800 bis 1000 Euro lassen es sich die Öhrleins kosten, wenn sie die Kulmbacher ins Kino einladen. "Fahrenheit 11/9" wird aber vorerst der letzte Film sein. Einen Termin für eine Fortsetzung gibt es noch nicht. Die Öhrleins konzentrieren sich, wie Jürgen Öhrlein deutlich macht, in nächster Zeit erst einmal darauf, die Himmelkroner Bürgerinitiative zu unterstützen, die ein weiteres Gewerbegebiet in ihrem Ort verhindern will.

    
    

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