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Masterprogramm Gesundheitsförderung

Das Klinikum Kulmbach und die Hochschule Coburg wollen künftig zusammenarbeiten. Ein erstes Projekt auf der Intensivstation steht vor seinem Abschluss. Kulmbach/Coburg - "Es ist eine klassische Win-Win-Situation", sagt Leitender Arzt PD Dr.

Zusammen mit Studierenden der Hochschule in Coburg will das Klinikum Kulmbach verschiedene Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung angehen. Das Bild zeigt die Studierenden zusammen mit Pflegedienstleiterin Franziska Schlegel (links), Dr. Thomas Bohrer (hinten Mitte) und Geschäftsführerin Brigitte Angermann (rechts).  

Das Klinikum Kulmbach und die Hochschule Coburg wollen künftig zusammenarbeiten. Ein erstes Projekt auf der Intensivstation steht vor seinem Abschluss.

Kulmbach/Coburg - "Es ist eine klassische Win-Win-Situation", sagt Leitender Arzt PD Dr. Thomas Bohrer von der Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Kulmbach. Die Hochschule Coburg, die einen Masterstudiengang integrative Gesundheitsförderung anbietet, und das Klinikum Kulmbach wollen künftig in diesem Bereich zusammenarbeiten. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Klinikums hervor.

Drei Ziele verfolgt laut Dr. Bohrer das Klinikum damit: Innerbetrieblich soll für die gesamte Belegschaft das Thema Gesundheitsförderung mehr in den Blickpunkt gerückt werden. "Wir haben uns dafür jetzt Profis geholt." Aber auch für die Patienten sei das Thema wichtig und soll vom Klinikum aus gefördert werden. "Wir behandeln kranke Menschen. Was liegt da näher, als ihnen im zweiten Schritt auch Gesundheitsförderung zu vermitteln", sagt Bohrer. Nicht zuletzt wolle das Klinikum den jungen Studierenden eine Möglichkeit für praktische Arbeit bieten. "Auch Krankenhäuser sind mögliche spätere Arbeitgeber für diese jungen Menschen, nicht nur Versicherungen oder Reha-Einrichtungen", ist der Arzt überzeugt.

Ein ganz besonders spannendes Thema erarbeiten die Studierenden derzeit am Klinikum. Wenn jemand längere Zeit mit einer sehr schweren Erkrankung in einer Intensivstation behandelt werden muss, sind auch die Angehörigen in Gefahr, durch Sorgen und Stress selbst zu erkranken. Das sei bei 30 Prozent der Angehörigen der Fall, sagt Dr. Bohrer. "Wir wollen versuchen, das abzufangen und diese hohe Rate deutlich senken. Dabei helfen uns die Studierenden jetzt."

Es sei wichtig, auch die Angehörigen zu betreuen. Gute, regelmäßige und strukturierte Kommunikation zwischen den Mitarbeitern der Intensivstation könne den Druck mindern, unter dem die Angehörigen stehen. "Die Station ruft, nachdem das natürlich zuvor mit den Angehörigen abgestimmt wurde, täglich von sich aus an und informiert über den Zustand des Patienten", erklärt Dr. Bohrer den Ansatz. Möglichst sollen diese Gespräche immer dieselben Mitarbeiter führen, um den Angehörigen einen festen Ansprechpartner zu geben. Das baue Ängste ab und schaffe Bindung und Vertrauen in einer sehr angestrengten Situation. Eine ganze Gruppe Studierender arbeite bereits an diesem Projekt. Weitere sollen folgen. "Vor allem auch für die Pflege wollen wir ganz gezielt etwas tun."

Annika Kopp studiert integrative Gesundheitsförderung in Coburg und ist Teil der ersten Gruppe, die jetzt mit dem Kulmbacher Klinikum zusammenarbeitet. Die Studierenden sind im sechsten Semester. In ihrer "studentischen Lehrveranstaltung" arbeiten sie auf der operativen Intensivstation daran, ein "aktives Angehörigentelefonat" zu entwickeln. Den Angehörigen solle damit mehr Sicherheit vermittelt werden, erklärt Annika Kopp. Der Einblick in die Intensivstation habe der Gruppe gezeigt, in welch schwierigen Situationen sich die Besucher der schwer kranken Patienten befinden. "Das sind ja schwere Schicksalsschläge. Mit einer guten Kommunikation wollen wir erreichen, dass sich die Angehörigen etwas wohler fühlen und sie auch etwas mehr in den ja für sie fremden Klinikalltag einzubeziehen."

Pflege, Ärzte und Angehörige sprechen schon immer miteinander. Durch die vereinbarten regelmäßigen Telefonate, die von der Station ausgehen, sei aber eine bessere Koordination möglich. Das helfe letztlich auch dem Team der Abteilung, den Alltag besser zu strukturieren. "Auch an relativ guten Strukturen kann man immer noch etwas verbessern. Dazu sind wir da."

Angefangen hat das Projekt Ende März. Es läuft noch bis Mitte Juli, also über ein ganzes Semester. Am Anfang stand für alle sieben Studierenden eine Hospitanz. "Jeweils drei Stunden waren wir auf der Intensivstation und haben uns den Arbeitsalltag und die Arbeitsabläufe angeschaut. Danach haben wir Interviews mit verschiedenen Pflegekräften geführt und abgefragt, was sie sich in Bezug auf die Telefonate mit Angehörigen vorstellen und wünschen und was ihnen vielleicht auch das Telefonieren erleichtert" berichtet Annika Kopp. Alle Zwischenschritte und Ergebnisse seien dann mit Dr. Bohrer und dem Leitenden Oberarzt der Intensivstation, Dr. Bernhard Rübsam, besprochen worden.

Den Kontakt mit dem Kulmbacher Klinikum habe die Coburger Hochschule geknüpft, sagt Annika Kopp. Das Thema haben sich die Studierenden selbst ausgesucht. "Wir durften unseren Schwerpunkt wählen. Das ist in unserem Fall der Bereich Kuration, Rehabilitation und Gesundheit

Im Studiengang Gesundheitsförderung, informiert Dr. Thomas Bohrer, seien ökonomische, psychologische und auch medizinische Komponenten enthalten. Für das Klinikum Kulmbach sei es daher naheliegend gewesen, mit den Professoren Niko Kohls, Eberhard Nöfer und Karin Meißner von der Coburger Hochschule zu kooperieren. "Dieser Studiengang ist sehr breit aufgestellt. Wir in Kulmbach haben die Zusammenarbeit mit Coburg gesucht, um den jungen Studenten die Türen zu öffnen, das Klinikum Kulmbach kennenzulernen. Die Zusammenarbeit soll nicht auf einen Einzelfall beschränkt bleiben. "Wir wollen das institutionalisieren", sagt Dr. Bohrer und freut sich schon darauf, bald zusätzlich auch eine Werkstudentin aus Coburg in Kulmbach begrüßen zu können, die für eine Weile fest am Klinikum arbeiten und sich der Gesundheitsförderung widmen wird.

    
    

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