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Von starken Frauen lernen

Eine Ausstellung im Kulmbacher Landratsamt lenkte den Blick auf das weibliche Gesicht der Politik.

Auf reges Interesse stieß die Ausstellung "Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort" im Kulmbacher Landratsamt. Zahlreiche Frauen haben diese Schau besucht , die von MdL Inge Aures (Vierte von links) nach Kulmbach geholt wurde. Auch Landrat Klaus Peter Söllner als Hausherr war bei der Eröffnung natürlich dabei.  

Eine Ausstellung im Kulmbacher Landratsamt lenkte den Blick auf das weibliche Gesicht der

Politik. Sie gibt auch

einen spannenden

Einblick in den Kampf für die Gleichberechtigung.

KULMBACH "Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!" Unter diesem Thema steht eine Ausstellung, die im Landratsamt zu sehen war. Sie beschäftigt sich mit den Frauen, die von 1946 bis 2016 in Bayern Politik gestaltet haben. Dazu zählt auch die Landtagsvizepräsidentin Inge Aures, die diese Ausstellung nach Kulmbach gebracht hat.

Im Dezember 2016 feierte der Bayerische Landtag den 70. Jahrestag der Bayerischen Verfassung und der Konstituierung des ersten Nachkriegsparlaments in Bayern. Dieses Jubiläum bot den geeigneten Rahmen, sich der Männer und Frauen zu erinnern, die seit dem Neuanfang 1946 Mitglied im Bayerischen Landtag waren und die Politik in Bayern maßgeblich gestaltet haben. In der Folge entstand die Ausstellung "Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort - Frauen gestalten Politik in Bayern (1946 - 2016)". Aures gab den Gästen der Ausstellungseröffnung einen Einblick in die sechs Stationen der Ausstellung.

Wie Landrat Klaus Peter Söllner in seiner Begrüßung feststellte, richtet die Ausstellung ihren Fokus ganz bewusst auf die Parlamentarierinnen: "Auf die Frauen, die die politische Kultur in Bayern geprägt haben und durch ihr politisches Engagement einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der parlamentarischen Demokratie in Bayern geleistet haben und immer noch leisten." Die Ausstellung wurde erstmalig im November 2017 im Kreuzgang des Maximilianeums präsentiert und stieß nach den Worten des Landrates auf großes Interesse.

Entwickelt wurde die Ausstellung von Professorin Daniela Neri-Ultsch von der Universität Regensburg, die Inhalte zusammentrug und die Ausstellung als Wanderausstellung konzipierte. Landrat Söllner: "Für uns ist es eine besondere Auszeichnung und Ehre, dass unser Landratsamt nach der Erstpräsentation im Bayerischen Landtag nun zweiter Ausstellungsort sein darf und die Ausstellung daran anschließend ihre weitere Reise durch die Regionen fortsetzt."

Die Präsentation ist im Kulmbacher Landratsamt auf zwei Stockwerken zu sehen, dabei in der Etage vor den Sitzungssälen mit interaktiven Monitoren, die anhand zahlreicher Biografien den individuellen Lebensweg starker Frauen beleuchten. Landrat Klaus Peter Söllner verwies darauf, dass in diesem Jahr nicht nur das Doppeljubiläum "100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern", sondern auch das Frauenwahlrecht in Deutschland seinen 100. Geburtstag feiert.

Walhrecht seit 1918

So erhielten im November 1918 Frauen das aktive und passive Wahlrecht, womit sie erstmals politisch gleichberechtigt waren. "Dieses demokratische Grundrecht, das für uns heute ganz selbstverständlich ist, war vor 100 Jahren ein Durchbruch, für den mutige Frauen zuvor jahrzehntelang gekämpft haben." Die Ausstellung wirft deshalb auch den geschichtlichen Blick zurück auf diese bewegten Jahre und macht deutlich, wie lange und steinig der Weg zur Gleichberechtigung war.

Söllner dazu: "Zahlreiche Hürden waren zu überwinden, bis das aktive und passive Wahlrecht für Frauen Wirklichkeit wurde. Von Parité in den Parlamenten kann leider auch ein Jahrhundert später noch nicht die Rede sein. Im neu gewählten Deutschen Bundestag ist der Frauenanteil mit 31 Prozent so gering, wie zuletzt vor 19 Jahren. Immerhin werden wir wohl - wie heute in den Medien berichtet - mehr weibliche Ministerinnen haben, als im vergangenen Kabinett."

Im Landtag sind derzeit von 180 Sitzen 51 mit Frauen besetzt. An der Basis, in der Kommunalpolitik, ist die Unterrepräsentanz von Frauen mit durchschnittlich 25 Prozent am stärksten ausgeprägt und hält sich, wie der Landrat feststellte, auch besonders hartnäckig: "Wir brauchen mehr Frauen in der Politik! Wir brauchen das Potenzial der Frauen für die politischen Entscheidungen vor Ort, denn die Erfahrungen von Frauen und Männern müssen auf allen Politikebenen gleichermaßen einfließen können, um zu den besten Ergebnissen zu kommen."

Impulse geben

Landtagsvizepräsidentin Aures machte deutlich, dass ihr das Thema der Ausstellung ganz persönlich sehr am Herzen liegt: "Ich hoffe, dass unsere Ausstellungseröffnung ein entscheidender Impuls für weitere Schritte sein kann. Dass beim Thema ,Frauen in der Politik' ein langer Atem notwendig ist, das wissen alle, die schon etwas länger dabei sind."

Die Gleichberechtigung und die Teilnahme von Frauen an politischen Prozessen wertete Inge Aures als eine Erfolgsgeschichte: "Aber man muss auch ganz klar sagen: Das haben wir uns hart erarbeiten müssen. Weder uns, die wir hier im Raum versammelt sind, noch unseren Vorkämpferinnen ist etwas geschenkt worden." Auch nach 100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland sprach Aures die Befürchtung aus, dass die Frauen nach wie vor einen langen und weiterhin auch steinigen Weg vor sich haben. Die Ausstellung sei ein wichtiger Impuls und sie könne und solle Ansporn sein.

    
    

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