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SPD steht geschlossen hinter Inge Aures

Mit 100 Prozent der Delegiertenstimme ist die Landtagsabgeordnete wieder an die Spitze des SPD-Kreisverbands gewählt worden. Traumergebnisse auch für die Stellvertreter.

Strahlende Gesichter nach den Vorstandswahlen bei der Kreis-SPD (von links): Stellvertretender Kreisvorsitzender Werner Diersch, der designierte Bezirkstagskandidat Holger Grießhammer, SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen, stellvertretender Kreisvorsitzender Jürgen Karg, Kreisvorsitzende Inge Aures und stellvertretende Landrätin Christina Flauder.  

Mit 100 Prozent der Delegiertenstimme ist die Landtagsabgeordnete wieder an die Spitze des SPD-Kreisverbands gewählt worden. Traumergebnisse auch für die Stellvertreter.

DIE FÜHRUNGSSPITZE DER SOZIALDEMOKRATEN

Der SPD-Kreisverband hat am Samstag seinen Vorstand gewählt.

Die Ergebnisse:

Vorsitzende Inge Aures, Stellvertreter Werner Diersch und Jürgen Karg, Kassiererin Elfriede Schmidt, Schriftführer Simon Moritz.

Beisitzer: Christa Müller, Michaela Schirmer, Heike Schweens, Silvia Turbanisch, Sarah Pfaffenberger, Uwe Böhnke, Tobias Braunersreuther, Daniel Ferch, Rudi Gumtow, Wolfgang Hinsche, Dietmar Hoch, Klaus Klink, Willi Kolb, Ingo Lehmann, Helmut Löffler, Klaus Marx, Nikolaus Ott, Vinzenz Pyka, Oliver Schott, Gerd-Dieter Träder, Jörg Treutler, Roland Wolfrum.

Arbeitsgemeinschaften: Als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen wurde Matthias Hahn gewählt. Vertreter der Jungsozialisten ist Julian Seiferth. Die Positionen der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen und der Arbeitsgemeinschaft 60plus wurden nicht besetzt.

Revisoren sind Rudi Mathysiak und Hans Werther.


JUSOS GEGEN ABSCHIEBUNG

Die Kreiskonferenz der SPD hat einen Antrag der Jungsozialisten angenommen und sich damit zum Thema Abschiebung von Flüchtlingen klar positioniert. Julian Seiferth hatte der Versammlung den Fall einer Familie aus Aserbeidschan vorgetragen, die in Kulmbach gelebt hat und laut Julian Seiferth um 3 Uhr nachts von den Behörden auseinandergerissen wurde. Ein 13 Jahre altes Mädchen, das praktisch sein ganzes Leben in Kulmbach verbracht hatte und eine gute Schülerin und Pianistin ist, wurde in eine ungewisse Zukunft geschickt, obwohl sich die Familie in Kulmbach bestens integriert hatte. Es sei unmenschlich, Familien zu trennen und nicht nachvollziehbar, dass es für Familien, die sich in ihrer neuen Heimat gut eingelebt und integriert haben, Deutschland verlassen müssen, kritisierte der Juso-Vorsitzende. Der Fall beschäftige ihn täglich, sagte Seiferth und wünschte sich, die SPD-Kreiskonferenz möge sich dafür aussprechen, dass Vorfälle wie der jüngst in Kulmbach geschehene nicht mehr passieren. Mit Unverständnis hat Seiferth zur Kenntnis genommen, dass es unter den Stimmberechtigten drei Mitglieder gegeben hat, die gegen diesen Antrag waren.


Kulmbach - Besser hätte es für Inge Aures nicht laufen können: Die Landtagsvizepräsidentin ist am Samstag mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen erneut an die Spitze des SPD-Kreisverbands Kulmbach gewählt worden. Ein einstimmiges Votum gab es ebenfalls für die beiden Stellvertreter Werner Diersch und Jürgen Karg. Viel Applaus gab es auch für die neue SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen. Sie vermittelte Aufbruchsstimmung und kündigte an, alles zu tun, damit bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr die Sozialdemokraten in Bayern ein gutes Ergebnis zu erzielen, "damit wir dem Land geben, was es braucht".

Ausführlich nahm Natascha Kohnen, die auch im Bundesvorstand der SPD vertreten ist, Stellung zu den aktuellen Gesprächen über eine Regierungsbildung in Berlin. Schwarz, Grün und Gelb haben im Wahlkampf deutlich gezeigt, dass sie zusammen regieren wollen, führte Kohnen aus. "Das ist gescheitert. Wir stehen jetzt erstmals in Deutschland vor einer solchen Situation." Dass der SPD jetzt Verantwortung zugeschoben werden soll, wies Kohnen zurück. Das schlechte Wahlergebnis der Koalition spreche eine deutliche Sprache: Die Wähler wollten diese Konstellation nicht mehr.

Jetzt gehe es darum, Schritt für Schritt nach vorne zu gehen und nicht überhastet zu handeln. "Auf keinen Fall dürfen wir uns treiben lassen. Wir müssen uns auf die wichtigen Punkte für unser Land konzentrieren. Dazu zählen laut Kohnen die Einführung einer Bürgerversicherung, der Erwerbstätigenversicherung und auch ein Einwanderungsgesetz. Diese "zweite Tür" sei nötig, um beispielsweise dem zunehmenden Fachkräftemangel im Land entgegenzutreten. Kohnen warnte allerdings davor, jetzt Forderungen aufzustellen, die nicht Gegenstand des Wahlprogramms gewesen sind. Als Beispiel nannte sie die Vermögenssteuer.

Positionieren wollte sich Natascha Kohnen aber weder für noch gegen eine große Koalition. Das müsse auf dem Bundesparteitag der SPD besprochen und auch mit der Basis abgeklärt werden. "Wenn am Schluss keine Lösung gefunden wird, kann es zu Neuwahlen kommen. Aber davor sollten wir keine Angst haben."

Den Sprung wagen

Die SPD müsse den Sprung heraus aus ihrer Entstehung wagen, regte Kohnen an. "Damals hatten wir Antworten für die Menschen." Jetzt habe es die Partei nicht geschafft, den Schritt in eine globalisierte und digitalisierte Welt zu gehen. "Ich wünsche mir eine streitbare Partei und Geschlossenheit. Aber lasst uns auch über unsere Anliegen streiten."

Inge Aures berichtete, dass der Kreisverband der SPD 838 Mitglieder hat, davon sind 67,2 Prozent Männer und 32,8 Prozent Frauen. Als Bitter bezeichnete es Aures, dass in jüngsten Umfragen zwar weiter sinkende Werte für die CSU ausgewiesen werden. "Aber uns hat das nicht geholfen. Wir hängen bei 15 Prozent. Darauf müssen wir Antworten finden."

Zahlreiche Themen stehen für die Region weiter auf der Agenda. Der Kampf um eine gute Landarztversorgung gehe weiter und auch im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs gebe es noch viel zu tun. Der Anschluss an den Nürnberger Verkehrsverbund stehe noch immer aus. "Der Landkreis will das Geld nicht in die Hand nehmen." Große Sorgen bereiten vor allem in den Dörfern die immer mehr werdenden leer stehenden Häuser. Die Nahversorgung müsse verbessert werden. Das gelte auch für die Kinderbetreuung. Wo es genügend Angebote gibt, lassen sich laut Inge Aures auch junge Familien nieder.

Von einem sehr aktiven Jahr berichtete Julian Seiferth für die Jusos. Er erinnerte vor allem an die Demonstration gegen Abschiebung nach Afghanistan, als im Sommer das bayerische Kabinett in Kulmbach tagte. Die Vertreter der Staatsregierung haben das laut Seiferth aber ignoriert. "Mit den Forstwirten haben sie geredet, mit den Afghanen nicht." Um die SPD wieder voranzubringen, ist es nach den Worten des Juso-Kreisvorsitzenden wichtig, sich von ideologischen Diskussionen fernzuhalten. "Wir müssen auf die Straße gehen, Politik für und am Menschen machen, sonst haben wir keine Chance, aus dem Loch herauszukommen." Und auch einen kleinen Hieb in Richtung Junge Union gönnte sich Seiferth. Ihr sandte er Grüße, weil "sie uns glücklicherweise den alleinigen Status einer Jugendorganisation überlässt."

Ans Rednerpult trat auch der designierte Bezirkstagskandidat der SPD, Holger Grießhammer. Die SPD stehe vor großen Herausforderungen. Wie jetzt die Weichen in Berlin gestellt werden wirke sich auch auf den kommenden Landtags- und Bezirkstagswahlkampf aus. "Nicht durch Parolen überzeugt man, sondern mit Präsenz vor Ort."

    
    

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