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Raumnot ist bei Thüga bald kein Thema mehr

Die Thüga vergrößert sich: Direkt neben dem bestehenden Firmengebäude in Naila baut das Unternehmen ein neues Bürogebäude. Ende 2021 soll das Ganze fertig sein und die Mitarbeiter in die modernen Büros einziehen können.

Sandra Hüttner
Die Firma Thüga Smartservice beginnt mit ihrem Millionenprojekt am Standort "Zum Kugelfang" in Naila: Bis Ende 2021 entsteht hier ein neues Bürogebäude. Unser Bild zeigt (von links) Landrat Dr. Oliver Bär, CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich, die Geschäftsführer Franz Florian Schulte und Peter Hornfischer, Bürgermeister Frank Stumpf, Innenarchitektin Inka Ott und Architekt Jürgen Hoffmann. Foto: Hüttner  

Die Thüga vergrößert sich: Direkt neben dem bestehenden Firmengebäude in Naila baut das Unternehmen ein neues Bürogebäude. Ende 2021 soll das Ganze fertig sein und die Mitarbeiter in die modernen Büros einziehen können.

von Sandra Hüttner

NAILA Es war ein Spatenstich ohne Spatenstich: Zwölf Millionen Euro investiert die Firma Thüga Smartservice am Standort "Zum Kugelfang" in Naila. Ein neues Bürogebäude für 150 Mitarbeiter soll hier entstehen, doch einen herkömmlichen Spatenstich gab es nicht, denn bevor gebaut werden kann, müssen die alten Gebäude auf dem Gelände erst abgerissen werden. "Wir sind halt außergewöhnlich", meinte der Geschäftsführer der Nailaer Firma Thüga Smartservice, Rolf Hornfischer, zum offiziellen Startschuss schmunzelnd. Bis Ende des Jahres 2021 soll der Neubau fertig sein, in dem dann neben großzügigen Büros auch ein Schulungsraum und eine Kantine untergebracht sind.

Die Investition des Unternehmens am Standort "Zum Kugelfang" war möglich geworden durch die Verlagerung des Firmenstandortes FEG auf das ehemalige Carl-Seyffert-Gelände und weitere Grundstücksverhandlungen. Schon in der Stadtratssitzung im Dezember hatte Bürgermeister Frank Stumpf von "langwierigen Verhandlungen mit gutem Ausgang" gesprochen und unter dem Strich seien jetzt die Standorte der drei Firmen Bayernwerk, Thüga Smartservice und FEG in Naila gesichert, freut sich der Bürgermeister.

Von 30 auf über
200 Mitarbeiter

Thüga Smartservice ist in den Bereichen Messdatenbeschaffung und Energiedatenmanagement aktiv. Die Firma Thüga Smartservice ist seit 2006 am Firmenstandort in Naila. Die Belegschaft von damals 30 Mitarbeitern ist auf mittlerweile über 200 angewachsen, die gegenwärtig in umliegenden Bürogebäuden untergebracht sind. Im geplanten Neubau werden unter anderem Open Space Arbeitsplätze entstehen. "Die Zusammenführung der Büros und die modern ausgestatteten Arbeitsplätze werden die Zusammenarbeit noch effizienter machen und die Arbeitsbedingungen für die Belegschaft verbessern", ist sich Geschäftsführer Peter Hornfischer sicher. "Bei der Planung des Gebäudes wurde ein besonderer Fokus auf Energieeffizienz gelegt."

Geplant und konzipiert haben den Neubau das Architekturbüro Jürgen Hoffmann aus Bad Steben und die Innenarchitektin Inka Ott aus Geroldsgrün. Ott erläuterte, dass hohe, helle und lichtdurchflutete Räume entstehen und die Büros mit je vier Arbeitsplätzen alle höhenverstellbare Tische erhalten, die an den Fensterfronten platziert werden. In der Mitte der Räume werden Lounge-Zonen und Projekträume entstehen, zudem Kreativbereiche mit Sofa und wenn es nach der Innenarchitektin geht, auch mit Schaukel. "Darüber müssen wir noch mal reden", meinte sie in Richtung Geschäftsführung und erntete Schmunzeln.

Das Gebäude wird insgesamt 3 900 Quadratmeter Bürofläche bei einer Grundfläche von 45 mal 25 Meter umfassen und sich über vier Geschosse erstrecken. Es entsteht direkt neben dem bestehenden Gebäude der Thüga und wird insgesamt 150 Mitarbeitern Platz bieten, so dass nach der Fertigstellung die gesamte Belegschaft von über 200 Mitarbeitern in zwei direkt nebeneinander liegenden Gebäuden untergebracht ist. Wie Architekt Jürgen Hoffmann erklärte, sei der Bauzeitraum für den viergeschossigen Holzmassivbau bis Mitte 2021 terminiert. Man wolle sich bemühen, das Vorhaben bis Ende 2021 abzuschließen. Die Genehmigungen erfolgten von der Stadt Naila, dem Landkreis Hof und der Hauptgesellschafterin, der Thüga Aktiengesellschaft in München.

CSU-Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich, gebürtiger Nailaer, blickte auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Naila und des Standortes "Zum Kugelfang" zurück und meinte, dass sich hier die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands widerspiegele, die in drei Wellen verlief. "Nach der Industrieproduktion mit beispielsweise den Firmen Serag Wiessner und Thierron in der zweiten Welle ist man nun mit der Digitalisierung, der neuen industriellen Revolution, in der dritten Welle angelangt und diese bietet große Chancen", sagte Friedrich. "Es gibt die Sorge, dass durch Digitalisierung Arbeitsplätze verschwinden und verloren gehen, aber hier zeigt sich die Digitalisierung als große Chance." Mit Blick auf das Wachstum der Firma von 2006 bis heute, zeigte sich Friedrich überzeugt, dass die Thüga-Geschäftsführung mit Zielsicherheit die Chancen erkannt und Möglichkeiten genutzt habe.

Landrat Dr. Oliver Bär gab zu, sich auch über ein Geschenk nach dem 24. Dezember zu freuen. "Und heute gibt es mit dem Spatenstich ein Geschenk", sagte er. "Hier wächst ein starkes Unternehmen in der Zukunftsbranche und es wächst im Landkreis Hof." Der Landkreischef stellte fest, dass aus dem Frankenwald heraus Deutschland mit entwickelt werde. "Die Entscheidung zu erweitern ist eine klare Ansage, dass Digitalisierung aus dem ländlichen Raum heraus erfolgen kann und zudem für den ländlichen Raum." Wie Bär sagte, entschieden sich die Menschen, wo sie arbeiten und leben wollen und die Arbeit deshalb dahin gehe und komme, wo die Lebensqualitäten passen. "Die Erweiterung ist eine strategische Entscheidung, die auf vielen Bausteinen fußt."

Der Nailaer Bürgermeister Frank Stumpf unterstrich, dass die Investition von zwölf Millionen eine Hausnummer und kein Pappenstiel sei. "Es war nicht einfach, die Erweiterung zu ermöglichen, doch jetzt ist der Platz da, um in die Breite und Höhe zu wachsen." Stumpf sprach von einem Tag der Freude, da neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Er untermauerte die positive Entwicklung in der Stadt auch mit Zahlen: Vor fünf Jahren habe es in Naila 3 486 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gegeben, aktuell sind es rund 3 900. "Das ist eine Steigerung von zehn bis elf Prozent", freute sich der Bürgermeister.

    
    

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