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Maschinenhalle statt Kirche

Erstmals feiert die Kirchengemeinde Bernstein am Wald ihren "Erntedankgottesdienst am Stall". Das Konzept kommt an. Vor allem, weil auch für die Kinder jede Menge geboten ist.

Michael Spindler
Predigt zwischen Strohballen: Der Erntedankgottesdienst der Kirchengemeinde Bernstein am Wald wurde heuer erstmals in der Maschinenhalle am Stall der Familie Söll abgehalten. Fotos: Michael Spindler   » zu den Bildern

Erstmals feiert die Kirchengemeinde Bernstein am Wald ihren "Erntedankgottesdienst am Stall". Das Konzept kommt an. Vor allem, weil auch für die Kinder jede Menge geboten ist.

von Michael Spindler

BERNSTEIN AM WALD "Warum werde ich nicht satt ? Was für eine blöde Frage, ob das wirklich nötig ist. Ich habe halt zwei Autos, weil mir eins zu wenig ist. Passen beide in meine Garage, für mich ist das Grund genug. Was soll ich sonst in diese Garage neben meiner Riesen-Villa tun ?" Mit diesem Text der Toten Hosen erinnerte der Projektchor der Kirchengemeinde Bernstein am Wald an unsere Überflussgesellschaft zum Erntedankfest. Erntedankfest, das ist die Zeit, Danke zu sagen. Zum einen, um Gott zu danken, zum anderen um denen zu danken, die unsere Lebensmittel produzieren, den Landwirten.

Die Kirchengemeinde Bernstein am Wald hat dies am Sonntag eindrucksvoll mit einer Erntedankfeier, verknüpft mit dem Gemeindefest, am Stall der Familie Söll verdeutlicht. Zentraler Bestandteil des Gottesdienstes und auch der Predigt von Pfarrer Bernd Wagner war die Überflussgesellschaft. Wir werfen tausende Tonnen wertvoller Lebensmittel in den Müll, die Kinder haben Spielsachen im Überfluss, der Kleiderschrank hängt voller Kleidungsstücke und wir jammern, dass wir nichts Gescheites anzuziehen haben. Das stellten auch Mitglieder der Kirchengemeinde in einem kurzen Anspiel dar. Wenn gejammert wird, dann sehr oft auf hohem Niveau. Auf der anderen Seite gibt es sowohl in Deutschland, als auch in anderen Ländern viele Menschen, die eben nicht von allem zu viel haben, sondern von Vielem zu wenig.

Viele Gemeindemitglieder haben für das Gemeindefest auch etwas gegeben - in Form von Kuchen, Salaten, Getränken oder anderen Speisen. Die Kinder durften "Erpfel groum" (Kartoffeln aus der Erde holen), so wie es früher üblich war, mit einer "Haua". Dabei durften sie am eigenen Leib erleben, wie mühsam es ist, einen Eimer voller Kartoffeln zu ernten. Da der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen sollte, durften diese am "Eprflfeier" (Kartoffelfeuer) gegart werden. Darüber hinaus konnten die Kinder auch noch Stockbrot am Lagerfeuer backen. Im Strohlager am Stall waren zudem noch kleine Schätze im Stroh versteckt, die die Kinder und Jugendlichen in einer Strohschlacht suchten.

Mit den angebotenen Köstlichkeiten wie Wiener Würstchen, leckeren Salaten, Quark, Käsevariationen und Aufstrichen wurden die Gäste nach dem Gottesdienst vom Organisationsteam verwöhnt. Gastgeber Michael Söll hatte dazu ein frisches Bauernbrot gebacken, während der Gemeinde am Nachmittag eine große Kuchenauswahl geboten wurde.

Besonders dankte Pfarrer Bernd Wagner der Familie Söll, die wieder großzügig ihre Gerätehalle für diesen Gottesdienst zur Verfügung gestellt hatte, und dem Kirchenchor Bernstein, der den feierlichen Gottesdienst musikalisch umrahmte. Die Verköstigung war für die Gäste kostenlos, die Kirchengemeinde erbat aber eine Spende, welche dann der Renovierung der Bernsteiner Michaeliskirche zugute kommen soll.

    
    

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