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Spiderwoman

Mit dem Herbst treten sie wieder gehäuft auf, die filigranen Spinnenweben, die silbrig in der Sonne glitzern und in die der gemeine Spaziergänger morgens gerne mal schlaftrunken hineinläuft . . . um dann angeekelt das klebrige Gespinst aus dem Gesicht zu klauben. Ja, Herbstzeit ist Spinnenzeit.

Mit dem Herbst treten sie wieder gehäuft auf, die filigranen Spinnenweben, die silbrig in der Sonne glitzern und in die der gemeine Spaziergänger morgens gerne mal schlaftrunken hineinläuft . . . um dann angeekelt das klebrige Gespinst aus dem Gesicht zu klauben. Ja, Herbstzeit ist Spinnenzeit. Wenn die Nächte deutlich frischer werden, suchen die achtbeinigen Krabbler gerne ein lauschiges Plätzchen im Haus.

Zum Glück hat Irmhild nach einem geselligen Abend mit Freunden zwei Gläschen besten Frankenweins intus - und bemerkt in ihrer wohligen Glückseligkeit die schwarze Hausspinne nicht, die handtellergroß neben der Treppe lauert. Ihr nüchterner Lebensgefährte Hubert entfernt sie diskret und teilt seiner Liebsten erst hinterher mit, dass er noch nie ein Exemplar dieses Ausmaßes gesehen habe. Nun ja, der Klimawandel treibt eben seltsame Blüten und lockt allerlei exotisches Getier in die ansonsten rauen oberfränkischen Gefilde. Erst jüngst erschrickt ein Ehepaar in Selbitz ganz fürchterlich, als sich ein monströser Käfer am Stuhlbein des Gartenmöbels zu schaffen macht - und dann auch noch surrend über die Köpfe der verdutzten Frankenwälder hinweg fliegt.

Ein besonderes haarsträubendes Erlebnis widerfährt Irmhild dann wenige Tage später. Sie hilft Freunden, die ein alleinstehendes Haus hergerichtet haben, beim Umzug. Mit dem Rad fährt sie in den Ortsteil, hängt ihren Helm wie immer an den Lenker und schreitet zur Tat. Später verabschiedet sie sich, schwingt sich wieder auf den Drahtesel und radelt ins zirka einen Kilometer entfernte Dorf. Unterwegs grüßt sie noch freundlich entgegenkommende Bauern und Spaziergänger, ehe sie daheim vom Rad springt. Als sie ihren Helm abnimmt, sieht sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Und ein braun getigertes Bein. Das wird doch nicht . . ? Doch ! Wikipedia bringt’s ans Licht: Ein stattliches Exemplar einer weiblichen Vierfleckkreuzspinne hat sich klammheimlich in Irmhilds Helm geschmuggelt und als blinder Passagier ins Dorf kutschieren lassen. Ungläubig schaut die gute Frau auf die langen Beine und den neongrünen, dicken Körper, ehe ihr ein hysterischer Lacher entfährt. Und bei der Vorstellung, wie die dicke Thekla das Spinnentaxi genossen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen hat - da kann Irmhild nicht mehr an sich halten und lacht noch mehr. Ihr Schwager bringt es später auf den Punkt: "Ne Wespe im Helm wär‘ schlimmer gewesen." Stimmt.

    
    

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