» zur Übersicht Landkreis Hof
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Der Frankenwald-Wein gedeiht prächtig

Zum mittlerweile zehnten Mal werden im tiefsten Frankenwald, in Carlsgrün, am höchst gelegenen Weinberg Frankens, saftige Trauben geerntet. Heuer wird sogar ein Rekordjahrgang erwartet.

Sandra Hüttner
Das Entrappen gilt als Hauptarbeit bei der Lese. Unser Bild zeigt (von links) Florian Spindler, Carsten Spörl, Niklas und Jakob. Fotos: Sandra Hüttner   » zu den Bildern

Zum mittlerweile zehnten Mal werden im tiefsten Frankenwald, in Carlsgrün, am höchst gelegenen Weinberg Frankens, saftige Trauben geerntet. Heuer wird sogar ein Rekordjahrgang erwartet.

von Sandra Hüttner

CARLSGRÜN Die roten Trauben an den Rebstöcken glänzen in der Sonne und beim Probieren steht schnell fest: Sie sind süß und köstlich. Zehn Helfer von der Interessengemeinschaft Schanzenwein vom höchst gelegenen Weinberg Frankens arbeiteten bei der Lese in Geroldsgrün Hand in Hand. Ein eingespieltes Team, das sich 2005 aus einer Bierlaune oder auch Schnapsidee heraus zusammenfand und im Jahr darauf loslegte. Christian Gebelein (mit Spitznamen Adel) kam vor mittlerweile 13 Jahren nach der Waldarbeit in die Wirtsstube und schimpfte über die brennende Sonne am Südhang. Aus der lustigen Runde kam der Spruch: "Dann pflanz' doch Wein statt Bäume" und schon landeten 20 Euro auf dem Tisch, sozusagen als Startkapital. 200 Euro waren es am Ende und der Plan war gefasst.

Rainer Vogel, seines Zeichens versierter Baggerführer legte einen Weg und die notwendigen Terrassen an. Die Rebstöcke wurden auf der Fläche von einem Ar gepflanzt und mit den Jahren wuchs nicht nur die Erfahrung im Weinanbau, sondern auch der Ernteerfolg. Die erste Ernte gab es 2008 und heuer - zehn Jahre später - wohl eine Rekordernte mit gemessenen 80 Grad Oechsle. "Ganz klar mussten wir gießen bei dem trockenen Sommer, aber die Sonne war Gold wert für die Süße der Trauben", erklärt Stefan Nietner. Der Fachmann spricht von einer "homogenen Ernte", da alle Beeren an den Trauben auch reif waren. Nietner erinnet sich noch an die erste richtig gute Ernte im Jahr 2013 und weiß, dass sich diese mit der Erfahrung vom Erfolg im siebten Jahr deckt. "Vorher ist es ein Heranziehen der Pflanzen."

Die Fachmänner und Kenner, Hans Denzler aus Lichtenberg und Klaus Hofmann aus Hirschaid, gaben ihr Wissen und Können an den jetzigen Kellermeister Stefan Nietner weiter. "In den vergangenen Jahren erfolgte die Lese ohne optimale Reife der Beeren und das ist heuer anders, denn die Beeren lassen sich problemlos von den Trauben entrappen", erläutert Stefan Nietner und spricht von gemessenen 76 Grad Oechsle in der Vorwoche. "Aber jetzt sind sie bestimmt noch süßer", mutmaßt er und eine spätere Messung bestätigt es. "Je mehr Oechsle, desto weniger muss nachgebessert werden", erklärt der Fachmann.

Nach der Lese erfolgt noch vor Ort das so genannte Entrappen, sprich das Abstreichen der Beeren von den Trauben. Eimer um Eimer füllt sich und der Kenner schätzt den Gewinn auf zirka 80 Liter Wein in einer super Qualität. Weiter geht es dann mit dem Quetschen, dem Ansetzen der Maische mit Reinzuchthefe für die so genannte Maischegärung. "Die Verarbeitung der Beeren mit den Schalen, denen der Farbstoff durch die Beigabe von Antigeliermittel entzogen wird, ergibt den Rotwein", erklärt Nietner. Noch einige Arbeitsschritte sind von Nöten und vor allem auch Zeit, bis letztendlich der Wein fertig ist. "Je länger der Wein steht, desto mehr reift er." Dabei berichtet der Kellermeister, dass die Lese vom Vorjahr erst heuer im Juli probiert worden ist.

Die Arbeit am "Weinberg" fängt im April mit dem Frühjahrsschnitt der Reben an, dem sich das Binden der zwei starken Reben zu Bögen anschließt. Beim Sommerschnitt werden Blätter für den notwendigen Sonneneinfall entfernt, und sind die Trauben gewachsen, müssen die Rebstöcke mit Netzen gegen den Vogelfraß geschützt werden. "Bei längerer Trockenheit müssen die Pflanzen natürlich auch gegossen werden, heuer ganz besonders." Zu kaufen gibt es den Wein übrigens nicht, der bleibt ausschließlich den Mitgliedern der Interessengemeinschaft vorbehalten. Diese genießen nicht nur die spätere Verkostung ihres Weines in der "Zentrale", der Adelskammer in Carlsgrün, sondern auch die Idylle und Ruhe an ihrem Weinberg und lassen den Blick schweifen hinauf nach Carlsgrün und zu den nun mehr leeren Reben und den vollen Eimern.

Braumeister Lorenz Diekmann, seit vergangenem Jahr Vorsitzender der Interessengemeinschaft, zieht ebenfalls ein rundum positives Fazit und merkt schmunzelnd an, dass der zu erwartende Rekordwein, ein Roter Regent, ausschließlich selbst getrunken wird - natürlich in geselliger Mitgliederrunde in der Adelskammer.

    
    

Diesen Artikel

    
    

Online-Anzeigenannahme

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben?

Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen:

»Anzeige online aufgeben

Alternativ erreichen Sie unsere Anzeigenannahme telefonisch unter der Service-Hotline 09281/1802042 oder per Fax unter 09281/816-148.

    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, Farbanzeigen und viele weitere Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr