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Zahnärztliche Hilfe im rumänischen Badacin

REHAU Kurz vor Ostern packte die Zahnärztin Annette Kirchner-Schröder wieder ihren kleinen Transporter für den Einsatz in der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen im rumänischen Badacin.

REHAU Kurz vor Ostern packte die Zahnärztin Annette Kirchner-Schröder wieder ihren kleinen Transporter für den Einsatz in der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen im rumänischen Badacin. Finanzielle Unterstützung dafür kam, wie auch in den vergangenen Jahren, von der Evangelischen Kirchengemeinde Rehau. Die zahnärztliche Praxis, in der die Menschen, die mobil sind, behandelt werden können, befindet sich in einem kirchlichen Gemeindezentrum in Simleu Silvaniei. Das Arbeitswochenende war bereits seit langem mit der rumänischen Zahnärztin Mariana Grinov geplant und mit der Leiterin des Behindertenheimes abgesprochen. Noch am Abend der Ankunft wurden die Materialien und Instrumente aufgebaut und die Funktionstüchtigkeit des Behandlungsstuhls überprüft.

SPENDEN

Wer diese Arbeit mit einem finanziellen Beitrag unterstützen möchte, kann die Bankverbindung der Evangelischen Kirchengemeinde Rehau nutzen:

VR-Bank Hof eG

IBAN: DE87 7806 0896 0000 4608 26

BIC: GENODEF1HO1

Verwendungszweck: Badacin


Am nächsten Morgen standen die Zahnärztin Mariana Grinov, ihr Mann sowie eine reichliche Anzahl von Bewohnern des fünf Kilometer entfernten Heimes von Badacin schon vor der Tür und es konnte losgehen. Am ersten Tag behandelten Mariana Grinov und Annette Kirchner-Schröder im Wechsel dreißig Patienten aus Badacin und neun Patienten aus dem zu Badacin gehörenden neuen Haus in Nusfalau. Die Zahnärztinnen machten dabei 27 Füllungen. Allerdings mussten auch 27 Zähne entfernt werden. Bei achtzehn Patienten erfolgte eine gründliche Zahnreinigung.

Mehrmals wünschten sich die Patienten vehement ihre Lieblings-"doctorita". Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass die beiden jährlichen Einsätze für die Menschen mit Behinderung immer noch die einzige Möglichkeit sind, zahnärztlich behandelt zu werden. Wer möchte schon wütend schreiende Patienten behandeln ? Also wurde den Wünschen mit einem Schmunzeln nachgegeben.

Am zweiten Tag arbeitete Annette Kirchner-Schröder allein mit ihrem rumänischen Helfer Alexandru-Domitian Pop. Mit Peter, einem Mitarbeiter des Heimes, der sich auch diesmal um die Organisation des Patiententransportes kümmerte, war abgesprochen worden, dass sie auch die übrigen Bewohner von Nusfalau besuchen, von denen einige auch auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Alle 52 Bewohner dieses Heims wurden zahnmedizinisch kontrolliert. Siebzehn Zähne mussten direkt vor Ort entfernt werden - auf einem normalen Stuhl ! Das war nicht immer leicht. Einige Patienten machten anfangs den Eindruck, als sei eine Behandlung gar nicht möglich. "Mal gebissen werden oder ein Tritt vor das Schienbein. . . Solche Dinge bringen mich nach neun Jahren Einsatz und Behandlung von Menschen mit schweren Beeinträchtigungen in Rumänien nicht mehr aus der Ruhe", meinte Annette Kirchner-Schröder gelassen. Sie ließ eine Liste mit den Namen von dreißig Bewohnern anfertigen, die im Herbst weiterbehandelt werden sollen.

Nach kurzer Pause und mit frischer Materialausstattung erreichte das kleine Team das Heim in Badacin, wo weitere 39 Patienten kontrolliert wurden. Dazu gingen die Helfer von Haus zu Haus. In jedem Haus leben zwischen sechs und zwölf Menschen. Am Ende waren weitere sieben Zähne extrahiert sowie eine ebenfalls dreißig Patienten zählende Liste erstellt, die im Herbst 2018 bearbeitet werden muss. Das Fazit des zweitägigen, arbeitsintensiven Aufenthaltes lautet: Seit 2010 konnte viel Gutes getan werden. Viele Zahnschmerzen konnten verhindert oder beendet werden. Man darf aber nicht nachlassen in der Sorge um die Bewohner beider Häuser, darin sind sich die Helfer einig. Die Angestellten der Einrichtungen in Rumänien sind mittlerweile sehr bemüht, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, weil sie offenbar gemerkt haben, dass ihr Dienst und das Zusammenleben der Bewohner ohne Zahnschmerzen ruhiger und einfacher ist.

Dass in Rumänien - einem zu Europa gehörenden Land - immer noch nicht gewährleistet ist, dass Menschen mit Behinderungen zahnärztlich versorgt werden, ist kaum nachzuvollziehen. Auch für die Helfer in Rehau und Hof ist die nun bereits langjährige Hilfe Ausdruck der Verbundenheit zu jedem einzelnen Menschen in den Einrichtungen. Manche von ihnen haben inzwischen das 50. Lebensjahr überschritten und die Haare werden grau. Weder diese älteren, noch die jüngeren Bewohner haben eine Perspektive, die Einrichtung jemals wieder zu verlassen. Der Einsatz der Zahnärzte hat neben dem primär wichtigen medizinischen auch einen sozialen Effekt: Er unterbricht den immer gleichen Alltag und sorgt für Ansprache und Wertschätzung.

    
    

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