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Mit Fleiß und Disziplin zum Ziel

Die jungen Skilangläufer Kim Hager aus Gefrees und Marius Kastner aus Fichtelberg gewinnen die Gesamtwertung im Deutschlandpokal. Damit holen sich zum ersten Mal zwei Athleten aus Oberfranken diesen auf Bundesebene wichtigsten Titel im Langlauf-Nachwuchsleistungssport.

Kim Hager (rechts) konzentriert beim Training: Die Belastungskontrolle per Pulsuhr ist wichtig für die Sportler.   » zu den Bildern

Die jungen Skilangläufer Kim Hager aus Gefrees und Marius Kastner aus Fichtelberg gewinnen die Gesamtwertung im Deutschlandpokal. Damit holen sich zum ersten Mal zwei Athleten aus Oberfranken diesen auf Bundesebene wichtigsten Titel im Langlauf-Nachwuchsleistungssport.

GEFREES/ FICHTELBERG Die Wertung des Deutschlandpokals beinhaltet 18 Wettkämpfe, angefangen von Juli 2017 bis Ende März 2018. Crosslauf, Berglauf und Skiroller stehen im Sommer auf dem Programm, bis dann im Winter auf die Langlaufski gewechselt wird. Nur wer es schafft, über diese lange Zeit immer, wenn es darauf ankommt, konstant gute Leistungen abzurufen, gesund bleibt und dem Druck standhält, der steht ganz oben und bekommt das bunte Leibchen und die große Joska-Kugel.

Die Schule darf nicht zu kurz kommen

Kim Hager besucht die Fachoberschule in Bayreuth, Marius Kastner die Realschule in Wunsiedel. Diese "normalen" Schulen können weder auf Wettkämpfe noch Lehrgänge Rücksicht nehmen. Die Anreise zu Wettkämpfen oder Lehrgängen erfolgt oft bereits am Donnerstag, so dass Freistellungen von der Schule in der vergangenen Saison nicht ausblieben. Aber: Durch viel Disziplin und Fleiß schreiben beide gute Noten. Die Leistung ist umso höher einzuordnen, wenn man weiß, dass in der Regel auf den vorderen Plätzen nur Athleten zu finden sind, die bereits Sportschulen besuchen, bei denen selbst Trainingszeiten in den schulischen Alltag eingebaut werden.

Eine normale Woche sieht für die beiden Sportler so aus, dass neben der Schule zirka acht Einheiten auf dem Trainingsplan stehen: Montag ist Ruhetag, Dienstag bis Freitag ist täglich ein Mal Training mit im Schnitt mindestens zwei Stunden Umfang. Und am Samstag und Sonntag steht je eine Vormittags- und eine Nachmittagseinheit auf dem Programm. Angefangen von den Pfingstferien über die Sommer- und Herbstferien sind jeweils mehrtägige Trainingslager in Deutschland, Österreich und Slowenien angesetzt - neu in der Saison 2018 ist das Riesengebirge. Im Trainingslager wird konzentriert zwei Mal täglich ein umfangreiches Training absolviert. Ein Programm, das große Willensstärke voraussetzt, aber auf dieser Ebene absolviert werden muss, um an die Spitze zu kommen. Marius Kastner hat für die U 16 m in der zurückliegenden Saison insgesamt rund 470 Stunden trainiert, diese Gesamtstunden beinhalten zum Beispiel 4 450 Kilometer zu Fuß, auf Skirollern und Skiern. Bei Kim Hager sind es rund 5 400 Kilometer auf Skiern, Skirollern und Cross, eingebaut in 570 Stunden Gesamttraining.

Nur mit äußerster Disziplin und eisernem Willen ist es möglich, überhaupt so weit zu kommen. Wenn andere Altersgenossen im Sommer bei 30 Grad im Schatten im Schwimmbad liegen oder auch, wenn draußen schlimmstes "Sauwetter" angesagt ist, müssen Sportler, die höhere Ziele haben, das Training durchziehen. Ein normaler Tagesablauf der jungen Sportler ist mit Schule, danach Training und lernen gut ausgefüllt, Raum für weitere Aktivitäten bleibt kaum. "Aber es macht Spaß und wir haben einen guten Zusammenhalt", sagen Kim und Marius übereinstimmend.

Aufgrund ihrer Erfolge im Laufe dieser Saison wurden Kim Hager und Marius Kastner vom Deutschen Skiverband zu internationalen Wettkämpfen eingeladen. Beide haben sich dort mit Plätzen unter den Top 15 gut präsentiert. Der nächste Schritt wäre jetzt die Aufnahme in einen Kader des Deutschen Skiverbandes. Darüber entscheidet Ende April die Trainerkommission des DSV.

Wurden die oberfränkischen Langläufer früher von den Oberbayern eher belächelt, so haben sich diese in den vergangenen Jahren mehr und mehr Respekt und Podestplätze erarbeitet. Ein Garant dieser Erfolge sei die enge Zusammenarbeit der Vereine in Oberfranken, sagt Stephan Popp, der Landestrainer Skilanglauf im Bayerischen Skiverband, der aus Gefrees kommt.

Dazu kommen mit Johannes Kade, Christian Weiß und Adam Zeitler drei junge Trainer, die einen sehr engen Draht zu den Sportlern haben und somit in einem Team die rund 40 Sportler (Schüler und Jugendliche) im Skiverband Oberfranken (SVO) im Leistungssport auf diesem Niveau betreuen. Modernste Trainingssteuerung mit Laktatmessungen, ausgeklügelte Trainingspläne und "ein Leben für den Sport" zeichnen diese Mannschaft aus. "Man sieht auch, dass es in unserer Region möglich ist, ganz nach vorne zu kommen. Und die Erfolge dieser beiden sind große Motivation für die Jüngeren", ist das Trainerteam im SVO überzeugt.

    
    

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