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Programmieren ? Kein Problem !

Das Projekt "Coding Kids", das derzeit an mehreren Grundschulen im Landkreis Hof läuft, ist ein voller Erfolg. Die Viertklässler lernen hier, dass die digitale Welt nicht nur aus "Wischen" und "Drücken" besteht.

Sie sind überzeugt vom Projekt "Coding Kids" (von links) Schulrat Stefan Stadelmann, Vorsitzender Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Hof, Schulamtsdirektor Reiner Frank,stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Kompetenz-Akademie Hof, Rainer Blechschmidt, Mitglied in Organisationsteam von Coding Kids, Michael Bitzinger, Vorstandsmitglied der Kompetenz-Akademie Hof, Professor Jörg Scheidt, Professor an der Hochschule Hof und Mitglied im Organisationsteam von Coding Kids, Lamilux-Geschäftsführerin Dr. Dorothee Strunz, Initiatorin des Projektes "Coding Kids", Rainer Schmidt, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums Hof und Vertreter der Hans-Viessmann Technologie-Stiftung Hof, Dr. Matthias Ehmann und Christoph Selbmann, Fachgebiet "Didaktik der Informatik" der Universität Bayreuth. Foto: Holger Kamecke   » zu den Bildern

Das Projekt "Coding Kids", das derzeit an mehreren Grundschulen im Landkreis Hof läuft, ist ein voller Erfolg. Die Viertklässler lernen hier, dass die digitale Welt nicht nur aus "Wischen" und "Drücken" besteht.

von Holger Kamecke

REHAU Es hat sich bestens in der Praxis bewährt: Das Projekt "Coding Kids", das vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Hof in Zusammenarbeit mit dem Rehauer Unternehmen Lamilux ins Leben gerufen wurde. Dabei lernen Viertklässler das Programmieren mit Hilfe der Programmiersprache "Scratch". Dr. Dorothee Strunz, Initiatorin des Ganzen und Geschäftsführerin bei Lamilux, ist von dem Projekt überzeugt: "'Coding Kids' ist ein Kurs, in dem die Kinder spielerisch lernen, wie Programmieren funktioniert, wie die Wirkweisen sind und wie Befehle in einer logischen Abfolge aufgebaut werden. Mit ,Scratch' lernen die Schüler, wie bewegte Bilder auf dem Computer erzeugt und wie ganze Spiele selber programmiert werden."

Mit viel Spaß an
Maus und Tastatur

Zum Beispiel haben die Kinder selbst kleine Computerspiele programmiert, bei denen eine Katze über den Bildschirm läuft und Aufgaben lösen muss. Gesteuert wird mit der Tastatur oder der Maus. Klar hatten die Schüler dabei viel Spaß und waren mit Begeisterung dabei, wie die Bilanz des das Projekts "Coding Kids" im Schuljahr 2016/17 bewiesen hat. Immerhin kamen die Kinder freiwillig neunmal an einem Freitagnachmittag zu einer zusätzlichen Doppelstunde in die Schule.

Gestartet ist der Kurs zunächst an den Grundschulen Tauperlitz, Naila, Münchberg und Hof-Krötenbruck sowie an der Gutenbergschule Rehau, an der Pestalozzi-Grundschule Rehau und an der Sophien-Grundschule Hof. Im laufende Schuljahr sind weitere sieben Grundschulen dabei: In Hof die Christian-Wolfrum-Grundschule, die Eichendorff-Grundschule und die Angerschule sowie im Landkreis Hof die Grundschulen Oberkotzau, Schwarzenbach an der Saale, Feilitzsch und Bad Steben. Insgesamt werden derzeit in "Coding Kids" rund 160 Schüler in Informatik, einem der vier MINT-Fächer, geschult. Betreut werden die Viertklässler von 28 fachkundigen Tutoren, die von der Hochschule Hof, vom Schiller-Gymnasium Hof, vom Gymnasium Münchberg und vom Gymnasium Naila kommen. Sie sind im Vorfeld natürlich entsprechend geschult worden.

Der Kurs "Coding Kids" hat neben dem Spaß und dem spielerischen Lernen einen weiteren Hintergrund: Die Viertklässler sollen damit eine "Digitale Kompetenz" erwerben. Sie sollen Abläufe und Hintergründe des Internet erkennen. Zum Beispiel warum ihnen bei Facebook Angebote angezeigt werden, die sie gerade in einem Onlineshop angesehen haben. Die Kinder sollen damit im Internet besser geschützt sein vor schädlichen Inhalten, sollen also nicht nur digitale Konsumenten sein. "Es ist wichtig, dass die Kinder in der Zukunft mit einer besonderen Personalkompetenz ausgerüstet sind. Sie werden in den immer wichtiger werdenden Bereichen 'Digitales Leben', 'Digitale Gesellschaft', 'Digitale Arbeitswelt' eine besondere Art des Denkens entwickeln müssen. Sie müssen kritisch und selbstkritisch vergleichend und kreativ sein, selbstständig lernen und denken können. Ich glaube, dass es in einer Zeit, in der Kinder noch Spaß und ein natürliches Interesse an Technik haben, ganz wichtig ist, hier die ersten Grundlagen zu legen. Wir waren der Meinung, dass die in der Schule vorgesehenen Inhalte zu spät kommen und das es gut ist, auf freiwilliger Basis Angebote zu entwickeln, damit sich Kinder mit dem Programmieren schon früher beschäftigen können", sagte Dr. Dorothee Strunz.

Dr. Matthias Ehmann, Leiter des Fachgebiets "Didaktik der Informatik" an der Universität Bayreuth, hat die ersten Kurse begleitet und ausgewertet: "Wir haben ein sehr hohe Motivation bei den Grundschülern gesehen. Sie waren wild darauf, selbst gestalten zu können, was auf dem Computer passiert, also nicht nur Nutzer sondern auch Akteur zu sein. Es war auch für die Tutoren faszinierend zu sehen, wie motiviert die Schüler waren." Motivation ist aber nicht das Einzige. Es geht auch darum, den Kindern digitale Inhalte zu vermitteln: "Auch da können wir sagen, die Kinder sind jetzt in der Lage eigenständig Abläufe zu strukturieren und sie mit einer Programmiersprache umzusetzen", sagt Dr. Ehmann.

Nicht umsonst ist das unternehmen Lamilux im vergangenen Jahr für sein Projekt "Coding Kids" auch mit dem bundesweiten Schule-Wirtschaft-Preis ausgezeichnet der worden.

    
    

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