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Ooooooooooommm !

In stressigen Zeiten wie diesen, umgeben von Trump, Brexit, Megxit und Corona-Panik, lechzen die Leute geradezu nach Entspannung. Einfach mal abschalten, die Denkmaschine pausieren lassen und in andere Sphären entschweben.

In stressigen Zeiten wie diesen, umgeben von Trump, Brexit, Megxit und Corona-Panik, lechzen die Leute geradezu nach Entspannung. Einfach mal abschalten, die Denkmaschine pausieren lassen und in andere Sphären entschweben. Auja ! Deshalb opferte Manu jetzt sogar ihre Silvesterfeier und zog sich eine Woche lang in ein österreichisches Yoga-Camp zurück. Bei Kobra, herabschauendem Hund und Sonnengruß kam die vielbeschäftigte Businessfrau so richtig runter. Gemeinsam in der Gruppe zelebrierte sie inbrünstig ihre Atemübungen, sang das sonore "Oooommm" und beim stoßhaften "Harr Harr" kam ihr fränkisches "R" besonders gut zur Geltung.

Auch Luise genießt einmal die Woche die wohltuende Wirkung. Gemeinsam mit ihren Vereins-Yogis verausgabt sie sich bis zur Schmerzgrenze, um ihren eingerosteten Bewegungsapparat geschmeidig zu halten. Dabei muss man nämlich "einfach" den Schmerz wegatmen und immer schön lächeln. Nachdem die Yogis zwei Jahre lang wegen akuter Raumnot ständig ihre Stunde in Ausweichquartiere verlegen mussten, haben sie nun ein frisch saniertes Domizil bezogen. Hach, alle sind begeistert und freuen sich auf entspannte Stunden im neuen Raum, der zur Übungszeit nie wieder von Karnickelzüchtern, krakeelenden Kindern oder feierwütigen Dorfbewohnern okkupiert werden darf.

Denkste ! Schon an der Tür erwartet die Yogis diesmal Klaviergeklimper aus dem benachbarten Zimmer. Nein, keine weiche Abfolge wohlklingender Töne, sondern einzelne Tastenschläge, die sich bei der Anfangsentspannung bei jedem Teilnehmer tief ins Hirn bohren. "Plim !" Atmen. "Plimplim !" Atmen. Endliche Ruhe, dann: "PLIM!" So wird das nix mit dem Entstressen. Selbst der entschlossenste Yogi kann diese Töne nicht ignorieren und die bösen Gedanken, die da kommen, "einfach wegschieben", wie die Übungsleiterin optimistisch empfiehlt. Und so schmieden sie bereits eifrig Pläne, wie sie wieder zu Ruhe und Frieden finden können.

Wie wäre es mit lauten Yoga-Schlachtrufen ? Oder dramatischen Gongschlägen an der Tür des Klavierzimmers ? Fest steht: So werden beide Seiten nicht glücklich. Und entspannt erst recht nicht. Bis eine Lösung gefunden ist, bleibt den Yogis also nichts anderes übrig, als dem Ganzen ein extralanges "Ooooooooooooommmmmmmm" entgegen zu setzen. Namasté !

    
    

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