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Geburtstags-Krimi

Die lieben Nachbarn kommen immer in den ungünstigsten Momenten: Just als Moritz an seinem Geburtstag die Bude vollsitzen hat, klingelt‘s an der Haustür. Davor steht Ilse, die ihm freudestrahlend ein totes und gehäutetes Karnickel vor die Nase hält.

Die lieben Nachbarn kommen immer in den ungünstigsten Momenten: Just als Moritz an seinem Geburtstag die Bude vollsitzen hat, klingelt‘s an der Haustür. Davor steht Ilse, die ihm freudestrahlend ein totes und gehäutetes Karnickel vor die Nase hält. "Herzlichen Glückwunsch, den hat mein Mann extra für dich geschlachtet !" "Ähm danke !", stammelt Moritz und überlegt fieberhaft, wie er da wieder rauskommen soll. Denn der Nachbar ist nicht unbedingt für beste hygienische Verhältnisse bekannt - und wer weiß, wie lange das Langohr schon herumgelegen war ?

Unterdessen macht die Nachbarin wieder kehrt, denn sie hat keine Zeit zu bleiben. Moritz schließt die Tür und stellt den kalten, eingetüteten Torso erstmal unter die Garderobe. Die wiederum hängt schon mächtig voll mit Jacken, Schlüsseln und Mützen seiner Gäste.

An der Geburtstagstafel geht‘s mittlerweile recht lustig zu: Es wird viel gegessen, getrunken und gelacht. Zu späterer Stunde sind alle reichlich angeschickert und im Aufbruch begriffen. An der Garderobe herrscht ein ordentliches Gewimmel, als Betty fragt, ob denn jemand ihren Schlüssel gesehen habe. Nein. Und auch, nachdem die Meute weg ist, findet Moritz nichts. Zum Glück hat Bettys Mann seinen Haustürschlüssel einstecken, sonst hätten sie auch noch mitten in der Nacht einen Schlüsseldienst rufen müssen. Nachdem Moritz alles aufgeräumt hat - selbst das Karnickel hat er erstmal in der Gefriertruhe deponiert - geht er schließlich zu Bett. Schleierhaft ist das Ganze dennoch. Da wird doch keiner der Gäste ? Nein, schließlich waren nur integere Leute geladen. Ausgeschlossen. "Ihr müsst unbedingt eure Schlösser austauschen lassen !", rät Sabine, die an dem Abend dabei war. Doch Betty glaubt nicht an kriminelle Machenschaften und lässt sich einfach einen zweiten Haustürschlüssel nachmachen.

So ziehen die Monate ins Land. Ein halbes Jahr später braucht Moritz Platz in seiner Gefriertruhe und stößt beim Herumräumen auf die Plastiktüte mit dem unappetitlichen Karnickel. Da hat er ja so gar keinen Bock drauf. "Ach, das Ding schmeiß ich in den Wald, da freut sich der Fuchs !", denkt sich der leidenschaftliche Jäger und nimmt das aufgetaute Tier mit auf die Pirsch. An einer strategisch günstigen Stelle packt er den Plastikbeutel, schüttelt ihn aus und - klirr - klimpert just mit dem toten Karnickel Bettys Haustürschlüssel heraus. So löst sich letztlich auch diese kuriose Kriminalgeschichte in Wohlgefallen auf.

    
    

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