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Verräterische Stille

Marga ist eine resolute Oberfränkin, die nicht aufs Maul gefallen ist. Im Gegenteil: Kommt jemand der zänkischen Mittsechzigerin in die Quere, sollte er lieber den Kopf einziehen, ihr immer Recht geben und unterwürfigst den Rückzug antreten - schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb.

Marga ist eine resolute Oberfränkin, die nicht aufs Maul gefallen ist. Im Gegenteil: Kommt jemand der zänkischen Mittsechzigerin in die Quere, sollte er lieber den Kopf einziehen, ihr immer Recht geben und unterwürfigst den Rückzug antreten - schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Läuft aber alles nach ihren Vorstellungen, schnurrt Marga zufrieden wie eine Katze. So wie an diesem Wochenende, als sie mit ihrem Partner Sven im Leihauto durch die Gegend tourt.

Doch wie‘s halt immer so ist: Das Wochenende ist viel zu schnell vorbei und am Sonntagabend fahren sie zusammen mit Svens Nachbarn Hubert nach Hof, um das geliehene Auto zurück zu geben. Auf dem Parkplatz der Mietwagenfirma in der Stadtmitte steigt Sven gleich um auf Huberts Beifahrersitz, während Marga noch schnell den Schlüssel in den Briefkasten der Firma schmeißt. Hubert und Sven unterhalten sich prächtig, es geht natürlich wieder um ihr Lieblingsthema Fußball. Und gerade, als sie an der Hohensaas einen beliebten Fastfood-Tempel passieren, bemerken sie die fast schon ohrenbetäubende Stille auf dem Rücksitz. Marga sagt ja gar nichts. Marga ? Erschrocken fahren beide Köpfe rum - doch der Rücksitz ist verwaist. Ach du Schande, jetzt sind die beiden Herren der Nation während ihrer inbrünstigen Fachsimpelei doch glatt ohne Marga losgefahren. "Das gibt Ärger !", fasst Hubert die verquickte Lage zusammen. "Garantiert . . .", stammelt Sven, der um das jähzornige Wesen seiner Liebsten weiß.

Also drehen die Männer kurzerhand um und rasen zurück Richtung Innenstadt. Doch auch der Parkplatz der Mietwagenfirma ist verwaist, keine Spur von Marga. "Woher sollen wir jetzt wissen, wo sie ist ?", ereifert sich Hubert.

Also schlagen sie die wahrscheinlichste Route ein, die zu Margas Wohnung führt. Und da - tatsächlich - kurz hinterm Teufelsberg erblicken sie einen energisch wippenden Dutt à la Kohlhiesels Töchter. "Ohje, die ist sauer", entfährt es Sven, der gleich ein bisschen tiefer in den Beifahrersitz sinkt. Hubert hält mit heruntergelassener Scheibe neben der fuchsteufelswilden Frau und sagt: "Du hätt’st wohl net warten kenna ?!" Unterdessen hat Marga schon zeternd die hintere Tür aufgerissen und sich auf den Rücksitz geschwungen: "Euch Mannsbilder kann man keine Minute allein lassen !" Hubert und Sven chauffieren die aufgebrachte Dame bis vor die Haustür, geben ihr vollumfänglich Recht - und lachen sich hinterher schlapp, als die Gefahr gebannt und das zeternde Weib ausgestiegen ist.

    
    

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