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Aufregung um ein Stück Textil

Gibt es eine, die so gar nichts mit Fußball am Hut hat, dann Marlene.

Gibt es eine, die so gar nichts mit Fußball am Hut hat, dann Marlene. Während andere sich vor dem Fernseher oder am Spielfeldrand die Seele aus dem Leib schreien, wenn ein Pass nicht sitzt oder ein Gegentor eingenetzt wird, sitzt sie müde lächelnd daneben und fragt sich, was die ganze Aufregung soll. Oder auch, wenn sich die Kollegen liebevoll am Telefon necken, da hier Bayern-Fan auf BVB-Anhänger stößt.

Umso erstaunlicher ist es, als Marlene daheim vorm Laden der Eltern auf einen heimischen Textilfabrikanten trifft, der just die Shirts für große Fußball-Vereine bedruckt. Und natürlich hat er das neue Shirt bereits parat, als die "Bayern" zum siebten Mal Deutscher Meister werden. Der Unternehmer, selbst ein passionierter Bayern-Fan, ist derart aus dem Häuschen, dass er Marlene und ihrer Mutter die Meister-Shirts mit der stilisierten Sieben förmlich aufdrängt. Die Damen nehmen das Geschenk höflich an und fragen sich schon, was sie damit sollen. Unterdessen wird die erste Anprobe neidisch von der Besatzung des Rentner-Bänklas beäugt, die gerne auch so ein Bayern-Shirt gehabt hätte.

Marlene, die um den Kollegen mit fanatischer Bayern-Liebe weiß, erlaubt sich tags darauf in der Arbeit den Spaß, zwischendurch mal eben das gehypte rot-güldene Shirt überzuwerfen. Und, was soll man sagen: Dem Guten fällt förmlich das Essen aus dem Gesicht, als sie betont lässig in sein Zimmer Richtung Kaffeemaschine marschiert. Und das will was heißen: Ferdi fällt normalerweise klamotten- und frisurentechnisch nie irgendwas auf an seinen Kolleginnen, doch nun ist er schwer begeistert und fotografiert Marlene, um den denkwürdigen Moment festzuhalten. Unterdessen mutmaßt ihre Kollegin sogar, dass sich Marlene beim neuen Chef einschleimen will, da dieser ebenfalls ein glühender Verehrer der "Sterne des Südens" ist.

Marlene hat das Shirt nach fünf Minuten kopfschüttelnd wieder abgelegt. Kaum zu glauben, welche Aufregung ein Stück Textil auslösen kann. Und als sie wieder zu Hause eintrudelt, sitzt ihr Papa stolz wie Oskar auf besagtem Rentner-Bänkla - ebenfalls gewandet in das rote Meister-Shirt. "Das hat er mir noch nachgereicht, nachdem ich ja so neidisch auf deines war", verkündet er und freut sich tüchtig in seiner abgestaubten Fankluft. Das wiederum können vermutlich nur wahre Fußballfans nachvollziehen.

    
    

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