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Der Wagen am anderen Ende der Stadt

Die Vereine und Faschingsgesellschaften der Region haben es während des langen Faschings mächtig krachen lassen: Prunksitzung hier, Galaabend da, närrische Umzüge und Kinderfasching, Donnerstag noch ein abgeschnittener Schlips, am Rosenmontag ein Kappenabend und am gestrigen Faschingsdienstag

Die Vereine und Faschingsgesellschaften der Region haben es während des langen Faschings mächtig krachen lassen: Prunksitzung hier, Galaabend da, närrische Umzüge und Kinderfasching, Donnerstag noch ein abgeschnittener Schlips, am Rosenmontag ein Kappenabend und am gestrigen Faschingsdienstag fand das bunte Treiben ein (be-)rauschendes Ende. Denn: Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Auch in einem kleinen Städtchen im Fichtelgebirge war der Kehraus intensiv, der Alkoholgenuss sowieso.

Der verdutzte Harald beispielsweise kommt ins Feuerwehrhaus auf der Suche nach seiner Jacke. Die war ihm im Faschingstrubel wohl abhanden gekommen. "Irgendjemand muss die mitgenommen haben", sagt er zum Kommandanten, der eben noch die letzten Luftschlangen aus dem Gruppenraum kehrt. In seiner Not habe er halt eine andere angezogen. In dem Augenblick öffnet Alfred die Tür und fragt, ob jemand weiß, "wem diese Jacke gehört. Weil da ist ein Haustürschlüssel drin, der bei uns nicht passt."

Ein paar hundert Meter weiter im Siedlerheim flucht der Hüttendienst gerade über die Konfetti-Kreise, die sich widerspenstig in die Sitzpolster haken und auch mit dem Industriesauger nicht raus wollen. Von außen tragen Spaziergänger Bierflaschen heran, die im Umfeld der Hütte verloren gegangen sind. "Wenn sie nur ihren Müll wenigstens mitnähmen", schimpft Klara. "Fünf Euro Pfand sollten wir nächstes Jahr verlangen." Schnell sind sich aber alle einig, dass wohl auch das einige Narren nicht davon abhalten würde, ihren Unrat auf dem Heimweg einfach von sich zu werfen. "Da musst du schon froh sein, wenn noch alle Leitpfosten an der Straße stehen."

Den Vogel schießt an diesem Aschermittwochmorgen jedoch ein noch sichtlich angeschlagener Fußballer ab, der auf der Suche nach seinem Auto das heimische Sportheim betritt. "Weißt du, wo mein Auto ist ? Und vor allem mein Autoschlüssel ?", fragt er den verdutzten Wirt. Der beschreibt dem restalkoholisierten Sportler seinen gestrigen Auftritt: "Ihr kamt zu Fuß - du und deine Freunde. Außerdem solltest du vielleicht eh noch nicht fahren." Der Angesprochene wiederum zuckt mit den Schultern, führt eine Reihe von Telefonaten und macht sich auf den Weg aus dem Vereinsheim. "Wo willst du denn jetzt hin ?", fragt ihn der Sportheimwirt. "Ans andere Ende der Stadt. Dort beim Sepp haben wir uns gestern nämlich getroffen. Und da steht auch mein Wagen. Und Sepp hat den Schlüssel." Spricht‘s - und verschwindet.

    
    

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