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Es muss nicht immer Hightech sein

Paradiesische Zustände herrschen derzeit für alle Wintersportfans auch in unseren Breiten. Die Lifte laufen, die Loipen sind gespurt und die Schlittenhänge mittlerweile platt gefahren.

Paradiesische Zustände herrschen derzeit für alle Wintersportfans auch in unseren Breiten. Die Lifte laufen, die Loipen sind gespurt und die Schlittenhänge mittlerweile platt gefahren. So werden verstaubte Skier und eingerostete Schlitten wieder auf Vordermann gebracht, Mützen und Handschuhe aus den hintersten Winkeln der Kleiderschränke gezogen und sämtliche Familienmitglieder raus in die Natur gezerrt.

Auch Susanne packt das Wintersportfieber, als sie am Wochenende mal wieder bei ihren Eltern vorbei schaut. Blöd nur, dass ihre teuer erstandene Hightech-Langlaufausrüstung leider in ihrem Domizil in der Landeshauptstadt geblieben ist. Aber kein Problem, denn schließlich war Susannes Vater früher selbst leidenschaftlicher Skiläufer. Damals. Vor Susannes Geburt. Irgendwann in den 70ern. Die Skier und die Schuhe hat er freilich aufgehoben, sind ja schließlich noch wie neu. Zum Beweis schleppt er die sportlichen Artefakte aus dem Keller nach oben. Und tatsächlich: Altmodisch sind die Dinger zwar, aber sonst noch gut in Schuss. Und weil Susannes Vater wahrlich kein Riese ist, sind selbst die Schuhe nicht zu groß. Nach anfänglichem Naserümpfen entschließt sich die Hobby-Langläuferin schließlich doch dafür, eine Runde zu drehen. "Ach, für den Frankenwald wird’s reichen", denkt sich die Wahl-Münchnerin, die sonst natürlich auf den Profi-Loipen im Voralpenland ganz anderes gewöhnt ist.

Doch Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall. Und das manchmal sogar auch wörtlich. Denn dass es auch im Frankenwald durchaus steile Hänge gibt, man in so einer Loipe nach nächtlichem Eisregen auch mit vorsintflutlichen Skiern unglaublich schnell werden kann und dazu noch heimtückische Hindernisse wie kreuzende, vierbeinige Waldbewohner in den einsamen Weiten des Oberlandes lauern, erfährt Susanne schon nach wenigen Kilometern, als sie bei gefühlten 80 Stundenkilometern auf den schmalen, mittlerweile verdächtig knarzenden Brettern eine nicht ganz freiwillige Notbremsung machen muss. Immerhin bleibt sie von schlimmen Verletzungen verschont, nur ein farbenfroher Bluterguss auf dem Hintern wird sie sicherlich noch länger an ihren Heimaturlaub und Vaters Highspeed-Skier aus den wilden Siebzigern erinnern. Und daran, dass man auch die heimischen Mittelgebirge nicht unterschätzen sollte . . .

    
    

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