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Spieglein, Spieglein an der Wand

Diesen Tag in ihrem kleinen, aber feinen Friseursalon wird Nora sicherlich nicht so schnell vergessen. Dabei hatte er so nett angefangen.

Diesen Tag in ihrem kleinen, aber feinen Friseursalon wird Nora sicherlich nicht so schnell vergessen. Dabei hatte er so nett angefangen. Ihre Kollegin und sie haben gerade zwei Herren in Empfang genommen, waschen den beiden hingebungsvoll die Haare und plaudern genüsslich über den neuesten Dorftratsch, als vorne die Salontür aufgeht. Ein dunkel gekleideter Mann eilt schnurstracks herein, würdigt die vier Menschen im Raum keines Blickes, sondern starrt vorne am Tresen stur geradeaus in den Spiegel.

"Bezahlen, bezahlen !", ruft er und wedelt mit seiner Geldbörse.

Die Friseurinnen stehen erschrocken hinter den Waschbecken. Ist das etwa ein Überfall ? Doch der Mann faselt weiter in gebrochenem Deutsch auf sein Spiegelbild ein.

Also fasst sich die Chefin ein Herz, geht vor in den Eingangsbereich und fragt den Mann, wie sie ihm helfen könne. Dieser schaut weiter geradeaus in den Spiegel und wiederholt sein Anliegen: "Bezahlen !" "Was möchten Sie denn bezahlen ?", fragt Nora geduldig, während der Mann, der ja direkt neben ihr steht, trotzdem konsequent in den Spiegel schaut und antwortet: "Bier !" Hinten an den Waschbecken gluckst es verhalten und Nora antwortet bestimmt: "Hier gibt‘s kein Bier, das ist ein Friseursalon !"

Der Besucher murmelt noch etwas und verlässt - endlich - den Salon. "Zum Glück wart ihr alle da, alleine hätte ich jetzt Angst gehabt", sagt Nora kopfschüttelnd und widmet sich gerade wieder der Haarpracht ihres Kunden, als erneut die Tür aufgeht.

Gleiches Spiel: "Bezahlen, Geld !", schreit der hartnäckige Delinquent geradeaus in den Spiegel und wedelt diesmal mit seiner Bankkarte. Jetzt reicht‘s Nora aber, sie stapft resolut nach vorne und schnauzt nun ebenfalls in den Spiegel: "Hier gibt‘s kein Bier, was wollen Sie denn noch ?" Der Mann scheint endlich zu verstehen und antwortet Noras Spiegelbild: "Geld, Bank, bezahlen !" Jetzt dämmert‘s auch Nora: Der Gute sucht erstmal eine Bank, um Geld abzuheben, damit er sich irgendwo ein Bier kaufen kann. Also dreht sie sich wieder zum Spiegel - das scheint schließlich zu funktionieren - und schickt ihn schnell ein paar Häuser weiter zur örtlichen Bankfiliale. Und seitdem ward er nicht mehr gesehen . . .

    
    

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