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Nachts ist jeder Parkplatz dunkel

Alle Jahre wieder entspinnt sich die Diskussion um Sinn und Unsinn der Zeitumstellung. So auch dieser Tage an einem der Stammtische der Region. Von der erstmaligen Einführung in Deutschland 1916 wusste ein Senior zu berichten.

Alle Jahre wieder entspinnt sich die Diskussion um Sinn und Unsinn der Zeitumstellung. So auch dieser Tage an einem der Stammtische der Region. Von der erstmaligen Einführung in Deutschland 1916 wusste ein Senior zu berichten. Ein weiterer Veteran berichtete von einer weiteren Wiedereinführung 1940. Beide Male sollte Energie für die Rüstungsproduktion gespart werden, erzählten beide den Jüngeren am Tisch. Später stritten dann noch einmal die beiden deutschen Staaten darum, sie wieder einzuführen. 1979 verkündete die DDR die Einführung fürs darauf folgende Jahr. Die Bundesrepublik zog 1980 nach. All das wurde geflissentlich debattiert und mitgeteilt, während es draußen stockdunkel wurde. Dafür füllten sich die Biergläser ein ums andere Mal. Es wurde sieben Uhr am Abend - Winterzeit wohlgemerkt.

Und wie jeden Sonntagabend zur gleichen Zeit machte sich Manne bereit, trank seinen letzten Schluck Weißbier und zahlte. Denn Punkt 19 Uhr steht ja immer seine Margit auf dem Parkplatz vor dem Wirtshaus, damit der Gatte die eineinhalb Kilometer nicht heimlaufen muss. Großmütig bot er auch Egon an, dass dieser selbstverständlich mit nach Hause fahren könne. Auch dieser nahm seinen letzten Schluck, legte den Bierdeckel auf sein Glas und die der Zeche entsprechenden Biergroschen darauf. Die Männer erhoben sich, klopften zum Abschiedsgruß auf die Tische und zogen ihre Jacken an. Dem kleinen Schwätzchen an der Garderobe folgte der Gang vor die Tür. Und da auf dem Parkplatz noch nichts von Margit zu sehen war, standen beide in der Dunkelheit und schwatzten weiter. Eine Minute, zwei Minuten . . .

Nachdem auch nach der fünften Minute in der Dunkelheit weder Anzeichen von Mannes Wagen noch von seiner Frau zu sehen waren, entschlossen sich die beiden Mannsbilder zu einer Verlängerung des Dämmerschoppens. Schnurstracks saßen sie wieder am Tresen, orderten eine weitere Runde Bier. "Wahrscheinlich hat die Margit die Uhr noch nicht umgestellt", sagte Manne und prostete seinem Gegenüber zu. Beide hatten den ersten Schluck noch nicht genommen, da stand eine erzürnte Margit vor ihnen. Seit einer Viertelstunde schon stünde sie vor dem Gasthaus, wetterte sie. Und weil sie den Motor abgeschaltet hatte, sei es auch schon langsam kalt geworden im Auto. "Und ihr Mannsbilder habt nichts Besseres zu tun, als noch eins zu trinken." Die Männer wussten nun, was sie zu tun hatten: Beide gaben ihr Hopfengetränk dem verständnisvollen Wirt zurück, der Margit riet, im nächsten Jahr nach der Zeitumstellung einfach das Licht am Auto eingeschaltet zu lassen: "Die waren wirklich schon draußen, haben dich aber schlichtweg nicht gesehen."

    
    

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