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Rettung für ein zerbrochenes Steinkreuz

Es ist ein sagenumwobenes Kleindenkmal am Ködnitzer Rangen. Aber es ist schwer beschädigt. Die Freunde der Plassenburg sammeln Spenden.

Der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg Peter Weith erklärt seinem gespannt das Steinkreuz bei Pinsenhof betrachtenden Sohn Paul die Beschädigungen an dem sagenumwobenen Kleindenkmal. Es soll mithilfe des Vereins und Spenden aus der Bevölkerung wieder restauriert werden. Foto: Holger Peilnsteiner  

Es ist ein sagenumwobenes Kleindenkmal am Ködnitzer Rangen. Aber es ist schwer beschädigt. Die Freunde der Plassenburg sammeln Spenden.

SPENDENKONTO

Die Freunde der Plassenburg haben bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach ein Spendenkonto unter dem Stichwort "Sühnekreuz" eingerichtet, um die Gelder für die Restaurierung des Steinkreuzes zu sammeln (IBAN: DE86 771500000101593465). Es wird für Beträge über 50 Euro eine Spendenquittung ausgestellt, dafür müssen auf der Überweisung Name und Anschrift der Spender eingetragen werden.


KÖDNITZ Bei Pinsenhof, unweit von Heinersreuth in der Gemeinde Ködnitz, stand über Jahrhunderte hinweg bis 2006 ein Kleindenkmal der besonderen Art: Ein wahrscheinlich aus dem Spätmittelalter stammendes Steinkreuz mit Inschrift und eingeritzten Symbolen. Das etwa 200 Meter unterhalb des Pinsenhofs am Hang stehende Denkmal aus Sandstein war etwa 115 Zentimeter hoch und einen Meter breit. Die Dicke schwankt zwischen 30 und 38 Zentimetern. Der Querbalken trägt die in den Sandstein geritzten Buchstaben E. G. L. und etwas abgesetzt R. L., oben am Längsbalken findet sich ein eingraviertes Kreuz, darunter eine etwa 50 Zentimeter lange Schafschere, ein typisches Werkzeug für Landwirte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Eine solche findet sich auch im Wappen der Grafen von Giech zu Thurnau wieder.

Heute ist das Steinkreuz in zwei große Teile und einige Steinsplitter zerbrochen und liegt am Wegesrand, teilweise verdeckt von hohem Gras. Wohl ein schweres Fahrzeug hat das Kleindenkmal gerammt, das unterhalb des Querbalkens abbrach. Nun ragt die untere Hälfte des senkrechten Kreuzbalkens traurig aus dem Gras hervor, kaum mehr als einen halben Meter hoch. Dahinter liegt jetzt der obere Teil des Sandsteinmonuments, schräg getrennt vom Rest, die Inschrift und die eingeritzte Schafschere sind angeschrammt.

Zusammenstoß

Vor über zehn Jahren wurde der Schaden vom aufmerksamen Heimatforscher und ehemaligen Burgführer der Plassenburg Werner Hofmann bemerkt und gemeldet. Lieselotte Vetter, die zusammen mit ihrer Schwester Christine Stumpf das Grundstück besitzt, auf dem das Steinkreuz steht, berichtete, dass damals wegen der Sachbeschädigung Anzeige erstattet wurde und die Polizei den Fall auch intensiv untersucht habe: "Die haben damals eine ganze Reihe von schweren Fahrzeugen, meist Traktoren, aus der Umgebung untersucht, ob sich ein Hinweis auf den Zusammenstoß mit dem Kreuz finden lässt. Leider haben sie den Verursacher nicht ermitteln können". Im Nachhinein habe es laut Vetter noch ein Gutachten von Seiten des Landratsamts Kulmbach gegeben, das eine Restaurierung für möglich und unbedingt notwendig bezeichnete. "Aber seit etwa sechs Jahren haben wir vom Landratsamt nicht mehr gehört", so Vetter, der sich glücklich darüber zeigte, dass Kreisheimatpfleger Harald Stark sich nun dieser Sache angenommen und die Freunde der Plassenburg mit ins Boot geholt habe.

Das Steinkreuz könnte laut Stark ein Sühnekreuz sein, das an ein in der Nähe stattgefundenes Verbrechen - wahrscheinlich einen Totschlag - erinnern soll. Was tatsächlich hier geschah, ist nicht mehr bekannt. Es ranken sich aber mehrere Sagen um das Monument vom Pinsenhof, die der Heimatforscher Karl Dill in seinem Buch über Steinkreuze überliefert hat. Ein Sage berichtet von einem Schneider, der an dieser Stelle ermordet worden sein soll. Der Täter sei ein Nebenbuhler gewesen, der dieselbe Frau liebte. Eine weitere Schauergeschichte handelt von einem fremden Reiter, der in einem Sumpf samt Pferd versunken sein soll. Am Rande des Moores habe man zur Erinnerung das Kreuz aufgestellt. Ein Sumpf ist heute dort nicht mehr auszumachen. Eine dritte Geschichte spielt im Dreißigjährigen Krieg, als Bauern aus dem benachbarten Haaghof einen feindlichen einzelnen Reiter hier erschossen haben sollen. Es wird sich auch erzählt, dass das Monument die Stelle markiert, auf der immer wieder ein schwarzer Hund erscheine. Manche sehen ihn ohne Kopf, andere hingegen mit Kopf und glühenden Augen.

Stark hat mittlerweile mehrere Kostenvoranschläge eingeholt, die je nach Art und Weise der Sanierung zwischen 1300 und 4300 liegen. Dazu kämen noch die Kosten für die Bergung, das Wiederaufstellen und Transporte. Das Landesamt für Denkmalpflege gibt zwar kein Geld, berät aber bei der kommenden Restaurierung des Kunstwerks, das in Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt saniert werden soll.

Die Freunde der Plassenburg waren auf Anfrage von Stark sofort bereit, die Rettung des Steinkreuzes von Pinsenhof zu unterstützen. Sie haben ein Spendenkonto eingerichtet, auf das schon erste, teils namhafte Beträge eingegangen sind. "Wir freuen uns über jeden einzelnen Euro, der das Projekt unterstützen soll", betont der Vereinsvorsitzende Peter Weith, der zusammen mit seinem Sohn Paul das arg ramponierte Kunstwerk nachdenklich betrachtet. "Wir Freunde der Plassenburg sind gern bereit, aus unseren eigenen Mitteln die Restaurierung und Reparatur des Steinkreuzes zu unterstützen. Die Spenden, die aus dem ganzen Landkreis Kulmbach bisher eingingen, zeigen deutlich, dass die Menschen der Region ihre Heimat lieben und sehr genau auch kleine Monumente achten und gerettet sehen wollen".

Zudem bestehe eine gewisse Verbindung zur Plassenburg, liegt das Monument doch an einer Altstraße, die von der Plassenburg nach Trebgast und weiter nach Bayreuth führt. Einige der benachbarten Grundstücke entrichteten Jahrhunderte lang Steuern für die Plassenburg. "Außerdem spielt hier auch ein Teil der Sage um Kunigunde von Orlamünde, die seit ihrem Tod als Weiße Frau auf der Plassenburg geistern soll. Sie sei zu Lebzeiten auf Knien nach Himmelkron rutschend an diesem Wegkreuz vorbeigekommen." Sein Sohn Paul Weith zeigt großes Interesse an dem kleinen Denkmal und wünscht sich sehr, dass das alte Kreuz wieder zusammengesetzt und am alten Ort aufgestellt wird.

Die Gemeinde Ködnitz wird laut Bürgermeister Stephan Heckel-Michel im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Aktion des Kreisheimatpflegers und der Freunde der Plassenburg unterstützen: "Das bürgerschaftliche Engagement des Vereins für dieses Denkmal der Geschichte unserer Gemeinde begrüße ich außerordentlich und ich bin sicher, wir können mit dem Bauhof hier helfen. Zum Beispiel könnte das Bergen des Steinkreuzes, der Ab- und Antransport sowie das Wiederaufstellen von unserer Seite her erfolgen". Es bedürfe hierbei noch einer Abstimmung mit dem Kreisheimatpfleger. Er plädiert dafür, das Kreuz einige Meter aus dem Gefahrenbereich herauszunehmen, wo Traktoren und andere Kraftfahrzeuge es rammen könnten.

    
    

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