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Katzenhasser am Werk ?

In Brunnenthal bei Köditz treiben Katzenhasser ihr Unwesen. Immer wieder werden Tiere vergiftet, überfahren oder verschwinden spurlos. Höhepunkt der Grausamkeiten: Eine Katze gerät in eine Schlagfalle.

  • fpbp_falle1 In diese Falle ist die Katze in Brunnenthal geraten. Das Tier muss fürchterliche Schmerzen gelitten haben. "Es war noch ein kleines Kätzchen, vielleicht sieben oder acht Monate alt", sagt Thomas Füg. Fotos: privat
  • fpbp_katzi Thomas Füg mit einem seiner Lieblinge. Der Brunnenthaler ist wütend, weil in seinem Heimatort offenbar Katzenhasser ihr Unwesen treiben.
  • fpbp_katzi2 Im Garten der Familie Füg fühlen sich die Katzen sichtlich wohl. Die Tierfreunde haben sogar einen eigenen kleinen "Katzengarten" angelegt. Doch nicht jeder im Ort teilt diese Tierliebe. Immer wieder werden Katzen getötet.
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In Brunnenthal bei Köditz treiben Katzenhasser ihr Unwesen. Immer wieder werden Tiere vergiftet, überfahren oder verschwinden spurlos. Höhepunkt der Grausamkeiten: Eine Katze gerät in eine Schlagfalle.

von Daniela Hartbauer

KÖDITZ-BRUNNENTHAL Thomas Füg ist wütend. Er war es, der Anfang März das Kätzchen in der Falle gefunden hat: Als er mit seinem Auto durch Brunnenthal fährt, sieht er mitten im Dorf am Straßenrand eine kleine Katze, die irgendetwas hinter sich herzuschleifen scheint. Der Katzenfreund merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmt, wendet und steigt aus. Das Kätzchen ist mittlerweile an einer Scheune angekommen und schreit herzzerreißend. Als Thomas Füg näher kommt, sieht er auch warum: Die Katze hängt mit dem Hinterbein in einer Schlagfalle.

Da kommt auch schon ein Mitarbeiter des Landwirts, dem die Scheune gehört. Er öffnet die Falle und die schwarz-weiße Katze flieht in Panik in den Bauernhof und verschwindet in der Scheune. Seitdem fehlt von dem schwerverletzten Tier jede Spur. Tagelang halten Füg und auch die Landwirtsfamilie Ausschau nach dem Kätzchen - doch ohne Erfolg.

Welche Schmerzen die Katze leidet, das mag sich Thomas Füg gar nicht vorstellen: "Wenn man sowas hört, wie dieses Tier geschrien hat, das kann man nicht vergessen. Ich habe die Schreie immer noch in den Ohren", sagt er und schüttelt traurig den Kopf. Füg vermutet, dass das Tier schon ein, zwei Tage in der Falle war und sie die ganze Zeit hinter sich hergeschleift hat. "Sie hat ganz fürchterlich ausgesehen, war völlig verdreckt. Das Bein hing nur noch ganz lose am Körper."

Ganz hat der Brunnenthaler die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass das Kätzchen überlebt und irgendwann wieder auftaucht. "Katzen sind ja sehr zäh", meint er nachdenklich. Auf jeden Fall wolle sich der Landwirt bei ihm melden, falls er die Katze irgendwo sieht. "Wenn sie überlebt, ist sicher ihr Bein völlig kaputt, aber ich würde natürlich mit ihr zum Tierarzt fahren und alle Kosten übernehmen", erklärt Thomas Füg. Der Brunnenthaler ist ein Tierfreund, er hat selber mehrere Katzen, versorgt die freilaufenden Katzen im Ort und kann deshalb nicht verstehen, warum jemand solche Fallen aufstellt: "Es ist eine Sauerei, was die Leute machen." Vor allem, weil das nicht der erste Fall in dem beschaulichen Köditzer Ortsteil gewesen sei, bei dem Katzen verletzt oder getötet worden sind, erzählt der Tierfreund. Immer wieder verschwinden laut Füg Katzen spurlos, manche findet man auch tot. Er habe sogar schon beobachtet, dass ein Autofahrer auf der Hauptstraße ein Kätzchen absichtlich totgefahren hat. "Andere überfahren die Tiere zwar nicht absichtlich, aber so wie die rasen, hat niemand eine Chance."

Schon mehrmals haben unbekannte Tierhasser Giftköder ausgelegt. "Ich bin schon durch unsere Straße gelaufen und habe Wurststücke, die mit Giftködern präpariert waren, eingesammelt", erzählt der Brunnenthaler. Auch seine eigenen Katzen seien schon vergiftet worden. Und es ist anscheinend auch nicht das erste Mal, dass jemand mitten im Dorf Schlagfallen aufstellt. "Es wurden schon Fallen im Salatbeet auf einem privaten Grundstück gesehen", erzählt er. Nur beweisen konnte man bisher leider nichts. Thomas Füg machen diese Tierquälereien traurig und vor allem auch wütend. Er könne durchaus verstehen, wenn jemand keine Tiere mag. "Aber dann reicht es auch, sie zu ignorieren oder meinetwegen aus dem Grundstück zu scheuchen."

Irgendjemandem aus Brunnenthal scheint das aber nicht zu reichen. Der- oder diejenige schreckt auch vor dem Einsatz von Gift oder Schlagfallen nicht zurück. Obwohl damit natürlich nicht nur die Katzen und andere Tiere gefährdet sind. "Man muss sich nur mal vorstellen, was passiert, wenn nicht eine Katze in die Falle geraten wäre, sondern ein Kind hinein gefasst hätte. Da wären die kleinen Finger weg gewesen", meint Thomas Füg.

Deswegen informiert der Katzenfreund auch umgehend die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion Hof kommen, nehmen die Anzeige auf und stellen die Falle sicher. Auf Nachfrage teilt Pressesprecher Peter Neder vom Polizeipräsidium Bayreuth mit, dass der Fall mittlerweile bei den Operativen Ergänzungsdiensten liege, dem auch die Hundeführer angegliedert sind: "Die Kollegen sind besonders geschult und somit Experten für solche Tierschutz-Fälle. Deswegen haben sie die Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz übernommen. Die Ermittlungen laufen derzeit noch." Wie Neder betont, würde die Sache sehr ernst genommen.

Auch der Tierschutzverein Hof und Umgebung weiß von diesen Vorkommnissen: "Wir hätten auch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei hat uns dann aber mitgeteilt, dass Herr Füg den Vorfall schon angezeigt hat", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Roswitha Gräßel auf Nachfrage des BLICKPUNKTS. Viel Hoffnung, dass man den Täter findet, habe sie allerdings nicht.

SCHLAGFALLEN

Schlagfallen - auch Fallen für den Totfang genannt - sind laut bayerischem Jagdrecht zwar erlaubt, aber natürlich darf nicht jeder einfach solche Fallen aufstellen. Laut Armin Hohmann, zweiter Vorsitzender der Jägerschaft Hof, müssen Privatpersonen einen sogenannten Fallenlehrgang absolvieren. Erst dann dürfen sie Fallen benutzen. Bei Jägern ist dieser Lehrgang in die Ausbildung integriert.

Auch bei der Nutzung der Schlagfallen gelten strenge gesetzliche Vorschriften: "Die Fallen müssen regelmäßig überprüft und zertifiziert werden und erhalten eine fortlaufende Nummer", erklärt Hohmann. So sei der Besitzer feststellbar. Fangeisen dürfen nur in geschlossenen Räumen, Fangbunkern oder Fanggärten aufgestellt werden. "Es darf keine Gefährdung von Menschen, geschützten Tieren und Haustieren von ihnen ausgehen."

Jede Nutzung muss zudem bei der Jagdbehörde gemeldet werden. Es ist weiterhin vorgeschrieben, dass die Fallen so konstruiert sein müssen, dass sie ein sofortiges Töten des Tieres gewährleisten. Derartige Schlagfallen werden für die Jagd auf Raubwild, wie zum Beispiel Marder, eingesetzt.


    
    

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