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Gedenken an den langen Gang von 1126 Frauen

SCHWARZENBACH AN DER SAALE Seit genau neun Jahren besteht die Gedenkstätte "Langer Gang" in Schwarzenbach an der Saale, die an die Helmbrechtser Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg erinnert.

Im Rahmen der Gedenkstunde wurde von den zahlreichen Gästen auch das Kunstwerk von Udo Rödel aus Münchberg begutachtet. Foto: N.W.  

SCHWARZENBACH AN DER SAALE Seit genau neun Jahren besteht die Gedenkstätte "Langer Gang" in Schwarzenbach an der Saale, die an die Helmbrechtser Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg erinnert. Exakt 75 Jahre ist es er, dass im Rahmen der "Reichskristallnacht" die Diskriminierung jüdischer Bürger in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern in blanke Gewalt umschlug. Unzählige Menschen wurden verschleppt, ihre Synagogen wurden angezündet. Schaufenster von jüdischen Geschäften wurden eingeschlagen. Juden wurden enteignet und rechtlos gemacht. Daran erinnerte im Rahmen einer Gedenkveranstaltung Günter Niepel, zweiter Vorsitzender im Verein gegen das Vergessen. Er betonte in seiner Begrüßung, dass man die Erinnerung den 1126 Frauen schuldig sei, die am 13. April 1945 in Helmbrechts losmarschieren mussten. Ihre erste Station für die Nacht im kalten April 1945 waren zwei Gärten in Schwarzenbach. Vor Helmbrechts mussten sie bereits in Buchenwald, Grünberg in Schlesien und anderen Lagern arbeiten. Unter ihnen waren nicht nur jüdische Frauen, sondern auch solche, die andere "Vergehen" zu büßen hatten. Etliche überlebten die Strecke nach Schwarzenbach nicht und wurden auf dem Schwarzenbacher Friedhof begraben. Mehr als drei Wochen quälten sie sich unter unmenschlicher Bewachung bis nach Volary im heuten Tschechien. Dort wurden sie schließlich von amerikanischen Truppen befreit. Auch noch nach der Befreiung kam für viele die Hilfe zu spät: Die Strapazen und gesundheitlichen Belastungen waren zu schwerwiegend.

Bürgermeister Alexander Eberl betonte in seiner Ansprache, dass die Auswirkungen der damaligen Ereignisse immer noch zu spüren seien. Er bezog die Hakenkreuzschmierereien in Hof in sein Grußwort mit ein, die immer wiederkehrenden Neonazi-Aufmärsche in Wunsiedel, und er vergaß auch nicht, auf den stets schweigenden Teil der Bevölkerung hinzuweisen. "Dass die Gründung des Vereins gegen das Vergessen im Jahr 2001 nicht überall Beifallsstürme hervorgerufen hat, ist mir nicht entgangen," meinte er. Aber es sei dringend notwendig gewesen, dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zu bearbeiten. "Es holt uns immer wieder ein."

Vor die Tür zum "Langen Gang" legten die Mitglieder des Vereins weiße Nelken. In einer Toninstallation wurden die Namen der Frauen genannt; für alle, die schon öfter zugehört haben, ist es immer wieder erschreckend, dass alle Namen aufgezeichnet wurden, dass das Alter der Frauen genau bekannt war und genauestens Buch geführt wurde, woher sie kamen.

Die Gedenkstätte "Langer Gang" - das kleine Gebäude trug diese Bezeichnung schon vor dem Todesmarsch - ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

    
    

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